Westfalia Herne empfängt Mittwoch am
Schloss den gestrauchelten Favoriten SSVg
Velbert zum Nachholspiel. Lesniak-Elf hofft
nach dem Sieg über Hüls wieder auf den
Klassenerhalt. SCW-Trainer Frank Schulz
bangt um Sven Barton.
Die Regionalliga hat man sich in Herne
spätestens nach dem 1:2 in Essen
abgeschminkt, und einiges deutet darauf hin,
dass mit der heutigen Partie gegen die SSVg
Velbert (18.30 Uhr, Schloss) so etwas wie
die Abschiedstournee einer auseinander
fallenden Mannschaft beginnt. Belanglos ist
das Nachholspiel aber nicht. Im Gegenteil.
Etwa ein Drittel aller NRW-Ligisten blickt
heute nach Herne, kämpft doch hier ein
gestrauchelter Riese ums sportliche
Überleben.
Und der heißt nicht Westfalia. Die Sport-
und Spielvereinigung Velbert 1902 war mit
einem dicken Etat und dem erklärten Ziel
„Aufstieg” in die Saison gegangen. Eine
krasse Fehleinschätzung, wie die Realität
mit dem derzeit letzten Tabellenplatz zeigt.
Die Velberter holten große Namen - und
bekamen satte Spieler, die nicht mehr
willens oder imstande waren, sich den Erfolg
zu erarbeiten. Sie hatten mit Zitronen
gehandelt.
Erst warf Markus Feldhoff als Trainer das
Handtuch, vor gut zwei Wochen war auch sein
Nachfolger Peter Kunkel mit seinem Latein am
Ende. In höchster Not erinnerte sich der
Vorstand eines Mannes, der die SSVg einige
Jahre zuvor zu den größten Erfolgen ihrer
Geschichte (u.a. Pokalsieg gegen Mainz 05)
geführt hatte: Marek Lesniak. Der Ex-Profi
startete mit Niederlagen in Aachen (0:2) und
gegen Bonn (1:2), hat aber inzwischen aus
einem zerstrittenen Haufen wieder ein Team
gemacht. Dies jedenfalls war der Eindruck,
den die Velberter beim 2:0-Sieg über den VfB
Hüls am Sonntag hinterließen.
Damit hat die SSVg den Strohhalm ergriffen –
und will ihn heute noch etwas fester packen.
Die Mannschaft ist heiß, zumal Torjäger
Daniel Nigbur sich nach vierwöchiger
Rotsperre gegen Hüls gleich mit seinem 16.
Treffer einführte.
SCW-Trainer Frank Schulz rechnet
folgerichtig mit einem schweren Spiel. Er
hofft, dass Sven Barton trotz
Muskelverletzung grünes Licht gibt, da mit
Baum (Uni), Freyni, Kluy (verletzt) und
Tahiri (Sperre) ohnehin vier Leute fehlen.
von Wolfgang Volmer