PRESSE

Ein Riese am Abgrund
 

06.05.09

Westfalia Herne empfängt Mittwoch am Schloss den gestrauchelten Favoriten SSVg Velbert zum Nachholspiel. Lesniak-Elf hofft nach dem Sieg über Hüls wieder auf den Klassenerhalt. SCW-Trainer Frank Schulz bangt um Sven Barton.

Die Regionalliga hat man sich in Herne spätestens nach dem 1:2 in Essen abgeschminkt, und einiges deutet darauf hin, dass mit der heutigen Partie gegen die SSVg Velbert (18.30 Uhr, Schloss) so etwas wie die Abschiedstournee einer auseinander fallenden Mannschaft beginnt. Belanglos ist das Nachholspiel aber nicht. Im Gegenteil. Etwa ein Drittel aller NRW-Ligisten blickt heute nach Herne, kämpft doch hier ein gestrauchelter Riese ums sportliche Überleben.

Und der heißt nicht Westfalia. Die Sport- und Spielvereinigung Velbert 1902 war mit einem dicken Etat und dem erklärten Ziel „Aufstieg” in die Saison gegangen. Eine krasse Fehleinschätzung, wie die Realität mit dem derzeit letzten Tabellenplatz zeigt. Die Velberter holten große Namen - und bekamen satte Spieler, die nicht mehr willens oder imstande waren, sich den Erfolg zu erarbeiten. Sie hatten mit Zitronen gehandelt.

Erst warf Markus Feldhoff als Trainer das Handtuch, vor gut zwei Wochen war auch sein Nachfolger Peter Kunkel mit seinem Latein am Ende. In höchster Not erinnerte sich der Vorstand eines Mannes, der die SSVg einige Jahre zuvor zu den größten Erfolgen ihrer Geschichte (u.a. Pokalsieg gegen Mainz 05) geführt hatte: Marek Lesniak. Der Ex-Profi startete mit Niederlagen in Aachen (0:2) und gegen Bonn (1:2), hat aber inzwischen aus einem zerstrittenen Haufen wieder ein Team gemacht. Dies jedenfalls war der Eindruck, den die Velberter beim 2:0-Sieg über den VfB Hüls am Sonntag hinterließen.

Damit hat die SSVg den Strohhalm ergriffen – und will ihn heute noch etwas fester packen. Die Mannschaft ist heiß, zumal Torjäger Daniel Nigbur sich nach vierwöchiger Rotsperre gegen Hüls gleich mit seinem 16. Treffer einführte.

SCW-Trainer Frank Schulz rechnet folgerichtig mit einem schweren Spiel. Er hofft, dass Sven Barton trotz Muskelverletzung grünes Licht gibt, da mit Baum (Uni), Freyni, Kluy (verletzt) und Tahiri (Sperre) ohnehin vier Leute fehlen.

von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

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