PRESSE

Schlimmer geht's nimmer
 

07.05.09

Westfalia Herne stolpert beim 0:3 gegen Velbert von einer Peinlichkeit in die nächste und beweist: Murphys Gesetz gilt auch im Fußball.

Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass diese Herner Mannschaft tot ist, mausetot sogar, so lieferte sie ihn gestern Abend gegen das vormalige Schlusslicht aus Velbert. Nur die masochistisch Veranlagten unter den letzten Fans kamen auf ihre Kosten, alle anderen ärgerten sich, auf einen spannenden Rommeeabend mit der Schwiegermutter verzichtet zu haben. Falls Beobachter anderer Abstiegskandidaten Schiebung wittern sollten, so sei ihnen versichert: Mehr hat diese Herner Truppe derzeit nicht drauf. Das ist die Westfalia im Frühjahr 2009!

Ein Trauerspiel, was sich die letzten Treuen da anschauen mussten. Lange hielten sie still, versuchten, ihre verunsicherte Mannschaft noch anzufeuern. Nach dem 0:2 aber hatten alle die Schnauze voll - und machten ihrem Frust auch Luft. So wie Trainer Frank Schulz:„Eine völlig ausgelaugte Mannschaft. Mutlos, kraftlos, ideenlos. Da fehlen einem fast die Worte.”

Nach dieser desolaten Leistung nach Ausflüchten zu suchen, verbietet sich von selbst. Klar spielte Dominik Behrend für den verletzten Sven Barton auf ungewohnter Verteidigerposition. Klar fehlten Baum, Kluy, Tahiri. Doch Zehn der Elf, die da auf dem Platz standen, erheben den Anspruch, gute bis sehr gute NRW-Liga-Spieler zu sein. Mindestens.

Bis zur Pause stümperten die Velberter mit, hätten allerdings trotzdem schon in der ersten Hälfte einige Tore vorlegen können. Allein Tuncay Aksoy, vom Zweitligisten RW Oberhausen gekommen, versiebte drei, vier glasklare Möglichkeiten, die letzte direkt mit dem Halbzeitpfiff.

Wer dachte, schlimmer könne es für den SCW nicht werden, wurde alsbald eines Besseren belehrt. Nachdem Gensler ungestört Eraslans weite Freistoßflanke einnicken durfte, fiel das Westfalia-Torso komplett in sich zusammen und stolperte von einer Peinlichkeit in die nächste. „Was schief gehen kann, geht irgendwann auch mal schief”: Murphys Gesetz gilt auch für den Fußball. Westfalia Herne hat es gestern bewiesen.
 

SC Westfalia Herne - SSVg Velbert 02 0:3 (0:0)

Tore: 0:1 (57.) Gensler, 0:2 (71.) Nigbur (Foulelfmeter, Behrend an Janas), 0:3 (76.) Aksoy.

SCW: Bautz - Behrend, Mustroph, Eisen, Kilian - Allali - Gebauer, Badur, Gidaszewski (64. Freyni) - Jubt, Setzke (62. Oerterer).

SSVg: Schmahl - Steegmann, Winterpacht, Eraslan, Lyttek - Dittrich (85. Kaiser) - Gensler (80. Litjens), Reucher (80. Kohlhaas), Janas - Aksoy, Nigbur.

SR: Christian Bandurski (Essen).

Zuschauer: 180.

von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

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