Westfalia Herne stolpert beim 0:3 gegen
Velbert von einer Peinlichkeit in die
nächste und beweist: Murphys Gesetz gilt
auch im Fußball.
Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass
diese Herner Mannschaft tot ist, mausetot
sogar, so lieferte sie ihn gestern Abend
gegen das vormalige Schlusslicht aus
Velbert. Nur die masochistisch Veranlagten
unter den letzten Fans kamen auf ihre
Kosten, alle anderen ärgerten sich, auf
einen spannenden Rommeeabend mit der
Schwiegermutter verzichtet zu haben. Falls
Beobachter anderer Abstiegskandidaten
Schiebung wittern sollten, so sei ihnen
versichert: Mehr hat diese Herner Truppe
derzeit nicht drauf. Das ist die Westfalia
im Frühjahr 2009!
Ein Trauerspiel, was sich die letzten Treuen
da anschauen mussten. Lange hielten sie
still, versuchten, ihre verunsicherte
Mannschaft noch anzufeuern. Nach dem 0:2
aber hatten alle die Schnauze voll - und
machten ihrem Frust auch Luft. So wie
Trainer Frank Schulz:„Eine völlig
ausgelaugte Mannschaft. Mutlos, kraftlos,
ideenlos. Da fehlen einem fast die Worte.”
Nach dieser desolaten Leistung nach
Ausflüchten zu suchen, verbietet sich von
selbst. Klar spielte Dominik Behrend für den
verletzten Sven Barton auf ungewohnter
Verteidigerposition. Klar fehlten Baum, Kluy,
Tahiri. Doch Zehn der Elf, die da auf dem
Platz standen, erheben den Anspruch, gute
bis sehr gute NRW-Liga-Spieler zu sein.
Mindestens.
Bis zur Pause stümperten die Velberter mit,
hätten allerdings trotzdem schon in der
ersten Hälfte einige Tore vorlegen können.
Allein Tuncay Aksoy, vom Zweitligisten RW
Oberhausen gekommen, versiebte drei, vier
glasklare Möglichkeiten, die letzte direkt
mit dem Halbzeitpfiff.
Wer dachte, schlimmer könne es für den SCW
nicht werden, wurde alsbald eines Besseren
belehrt. Nachdem Gensler ungestört Eraslans
weite Freistoßflanke einnicken durfte, fiel
das Westfalia-Torso komplett in sich
zusammen und stolperte von einer
Peinlichkeit in die nächste. „Was schief
gehen kann, geht irgendwann auch mal
schief”: Murphys Gesetz gilt auch für den
Fußball. Westfalia Herne hat es gestern
bewiesen.
SC Westfalia Herne - SSVg Velbert 02 0:3
(0:0)
Tore: 0:1 (57.) Gensler, 0:2 (71.) Nigbur
(Foulelfmeter, Behrend an Janas), 0:3 (76.)
Aksoy.
SCW: Bautz - Behrend, Mustroph, Eisen,
Kilian - Allali - Gebauer, Badur,
Gidaszewski (64. Freyni) - Jubt, Setzke (62.
Oerterer).
SSVg: Schmahl - Steegmann, Winterpacht,
Eraslan, Lyttek - Dittrich (85. Kaiser) -
Gensler (80. Litjens), Reucher (80.
Kohlhaas), Janas - Aksoy, Nigbur.
SR: Christian Bandurski (Essen).
Zuschauer: 180.
von Wolfgang Volmer