PRESSE

Das ewig grüne Derby
 

20.05.09

DSC Wanne-Eickel erwartet den SC Westfalia Herne zum Halbfinale. Frank Schulz sieht seine Mannschaft diesmal nicht als Favorit.

Der Tanz auf zwei Hochzeiten verlangt dem DSC Wanne-Eickel derzeit einiges ab. Am vergangenen Sonntag wahrten die Schwarz-Gelben ihre theoretische Meisterschaftschance durch einen 2:0-Sieg über den Tabellenzweiten ASC Dortmund, am kommenden Wochenende geht es zum Tabellendritten SuS Langscheid/Enkhausen, und mittendrin steht am heutigen Mittwoch (20. Mai, 18.30 Uhr, Stadion Wanne-Süd) der Pokal-Knüller gegen den SC Westfalia Herne auf dem Programm.

„Klar, es wäre mir lieber, wenn wir aufsteigen würden. Aber den Pokal werden wir nicht abschenken”, sagt Willi Koppmann. Und der Teamchef des DSC ergänzt: „Natürlich wollen wir nach einigen Jahren mal wieder in den Verbandspokal einziehen.”

In der Meisterschaft hatten die Wanner zuletzt einen guten Lauf, konnten drei Spiele in Folge gewinnen. Die Kurve des SC Westfalia Herne verläuft mit drei Niederlagen in Serie genau anders herum. „Natürlich haben wir zuletzt ein paar Erfolgerlebnisse mehr gehabt als die Westfalia. Aber daraus einen Vor- oder Nachteil abzuleiten, davon halte ich nichts”, so Koppmann. Für den Teamchef zählen andere Fakten: „Der SCW spielt eine Klasse höher als wir und gehört, wenn er alles abruft, zum oberen Drittel der NRW-Liga. Und zudem verfügt die Mannschaft auch über die besseren Einzelspieler.”

Mit Einsatz, Laufbereitschaft und Leidenschaft müsse sein Team versuchen, dagegen zu halten. Aber das Spiel gegen Dortmund habe viel Kraft gekostet, so Koppmann. Das wird sich auch in der Aufstellung für heute widerspiegeln. So sollen einige Leute, die am Sonntag auf der Bank saßen, diesmal von Anfang an spielen. Im Tor ist wieder mal Marcel Johns an der Reihe. Gefährdet ist lediglich der Einsatz von Stürmer Sezgin Salli, der sich am Montag mit Fieber krank gemeldet hat.

Frank Schulz wäre froh, wenn sich seine personellen Sorgen in ähnlichem Rahmen bewegen würden. Aber dem SCW-Trainer steht erneut nur ein arg ausgedünnter Kader zur Verfügung. Mit Bautz, Setzke, Badur, Barton, Tahiri, Kluy und Kilian ist die Liste der verletzten oder stark angeschlagenen Spieler lang. „Dass Leute wie Kilian mit einer angebrochenen Nase oder Setzke mit gebrochener Rippe auflaufen müssen, das macht man als Trainer natürlich nicht gerne”, so der Ex-Profi, der für heute auf die Unterstützung durch Jugendspieler setzt.

Die Gesamtsituation stimmt den SCW-Coach nicht gerade euphorisch: „Es ist das erste Mal seit einigen Jahren, dass wir in diesem Derby nicht der Favorit sind.” Dennoch hat Schulz den Pokal noch nicht abgehakt: „Die Mannschaft ist willig und will natürlich weiterkommen. Das sind wir auch den Fans, die es gut mit dem SCW meinen, schuldig.” 

von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

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