DSC Wanne-Eickel erwartet den SC
Westfalia Herne zum Halbfinale. Frank Schulz
sieht seine Mannschaft diesmal nicht als
Favorit.
Der Tanz auf zwei Hochzeiten verlangt dem
DSC Wanne-Eickel derzeit einiges ab. Am
vergangenen Sonntag wahrten die
Schwarz-Gelben ihre theoretische
Meisterschaftschance durch einen 2:0-Sieg
über den Tabellenzweiten ASC Dortmund, am
kommenden Wochenende geht es zum
Tabellendritten SuS Langscheid/Enkhausen,
und mittendrin steht am heutigen Mittwoch
(20. Mai, 18.30 Uhr, Stadion Wanne-Süd) der
Pokal-Knüller gegen den SC Westfalia Herne
auf dem Programm.
„Klar, es wäre mir lieber, wenn wir
aufsteigen würden. Aber den Pokal werden wir
nicht abschenken”, sagt Willi Koppmann. Und
der Teamchef des DSC ergänzt: „Natürlich
wollen wir nach einigen Jahren mal wieder in
den Verbandspokal einziehen.”
In der Meisterschaft hatten die Wanner
zuletzt einen guten Lauf, konnten drei
Spiele in Folge gewinnen. Die Kurve des SC
Westfalia Herne verläuft mit drei
Niederlagen in Serie genau anders herum.
„Natürlich haben wir zuletzt ein paar
Erfolgerlebnisse mehr gehabt als die
Westfalia. Aber daraus einen Vor- oder
Nachteil abzuleiten, davon halte ich
nichts”, so Koppmann. Für den Teamchef
zählen andere Fakten: „Der SCW spielt eine
Klasse höher als wir und gehört, wenn er
alles abruft, zum oberen Drittel der
NRW-Liga. Und zudem verfügt die Mannschaft
auch über die besseren Einzelspieler.”
Mit Einsatz, Laufbereitschaft und
Leidenschaft müsse sein Team versuchen,
dagegen zu halten. Aber das Spiel gegen
Dortmund habe viel Kraft gekostet, so
Koppmann. Das wird sich auch in der
Aufstellung für heute widerspiegeln. So
sollen einige Leute, die am Sonntag auf der
Bank saßen, diesmal von Anfang an spielen.
Im Tor ist wieder mal Marcel Johns an der
Reihe. Gefährdet ist lediglich der Einsatz
von Stürmer Sezgin Salli, der sich am Montag
mit Fieber krank gemeldet hat.
Frank Schulz wäre froh, wenn sich seine
personellen Sorgen in ähnlichem Rahmen
bewegen würden. Aber dem SCW-Trainer steht
erneut nur ein arg ausgedünnter Kader zur
Verfügung. Mit Bautz, Setzke, Badur, Barton,
Tahiri, Kluy und Kilian ist die Liste der
verletzten oder stark angeschlagenen Spieler
lang. „Dass Leute wie Kilian mit einer
angebrochenen Nase oder Setzke mit
gebrochener Rippe auflaufen müssen, das
macht man als Trainer natürlich nicht
gerne”, so der Ex-Profi, der für heute auf
die Unterstützung durch Jugendspieler setzt.
Die Gesamtsituation stimmt den SCW-Coach
nicht gerade euphorisch: „Es ist das erste
Mal seit einigen Jahren, dass wir in diesem
Derby nicht der Favorit sind.” Dennoch hat
Schulz den Pokal noch nicht abgehakt: „Die
Mannschaft ist willig und will natürlich
weiterkommen. Das sind wir auch den Fans,
die es gut mit dem SCW meinen, schuldig.”
von Wolfgang Volmer