In Herne herrscht immer noch das nackte
Chaos. Der Klub hat die Planungen für die
neue Saison immer noch nicht aufgenommen. Da
ist es nur verständlich, dass die Spieler
das Weite suchen.
Und
wenn Urgestein Sven Barton dem SCW den
Rücken kehrt, kann man erahnen, was wirklich
los ist. „Mit mir hat bis heute noch niemand
gesprochen“, schüttelt Barton den Kopf. Und
da kam ihm das Angebot des Bonner SC gerade
recht. „Ich hatte immer einige Anfragen aus
der Oberliga auf dem Tisch, habe mich aber
nie damit beschäftigt“, berichtet der
28-Jährige, der in den letzten zehn Jahren
am „Schloss Strünkede“ zur Kultfigur
heranwuchs. „Doch die Ungewissheit ist
unerträglich. Niemand weiß, wer bleibt und
welcher Trainer kommen wird. Deshalb habe
ich mich so entschieden.“
Hinzu kommt, dass der BSC, bei dem er erst
einmal einen Ein-Jahres-Kontrakt
unterzeichnet hat, aller Voraussicht nach in
die Regionalliga aufsteigen wird. „Der Reiz,
eine Klasse höher zu spielen, ist da“, nickt
Barton. „Entweder mache ich diesen Schritt
jetzt oder nie.“ Und auf die neue
Spielklasse freut sich der Flügelflitzer:
„Das ist noch einmal eine ganz besondere
Herausforderung für mich.“
Eine neue Herausforderung sucht auch Martin
Setzke. Der Stürmer, der mit Lotte in
Kontakt stand, hat sich nun aber für einen
Wechsel zum Ligagefährten ETB SW Essen
entschieden. Dort erhält der Goalgetter eine
Praktikumsstelle.
„Unsere Abgänge haben aber nichts mit den
internen Querelen zu tun“, meint Barton Wir
wollen lediglich eine Sicherheit haben. Und
eine Rückkehr ist auch nicht
ausgeschlossen.“
Thorsten Richter