Frank
Schulz wird auch in der neuen
NRW-Liga-Saison den SC Westfalia Herne
trainieren. Das bestätigte Jürgen Stieneke,
starker Mann im SCW-Vorstand, nach einem
abschließenden Gespräch mit Schulz am
Dienstag.
So
lange hatte sich der 48-jährige Schulz
Bedenkzeit erbeten, ob er das Herner Angebot
annehmen wolle. Noch am Wochenende fühlte
sich der Dülmener hin- und hergerissen,
letztendlich aber entschied er sich, am
Schloss Strünkede zu bleiben, wo er bis zu
seinem Intermezzo in Cloppenburg sechs Jahre
lang erfolgreich gearbeitet hatte.
Den Ausschlag
so Schulz hatten letztlich die persönlichen
Bindungen gegeben. "Mit Timur Camci, ganz
besonders aber mit Herrn Stieneke habe ich
eine unheimlich gute Vertrauensbasis. Wir
konnten uns immer aufeinander verlassen. Und
das ist die Grundlage, die man braucht wenn
man etwas Neues aufbauen will. Gerade in der
schwierigen Phase, die der SCW derzeit
durchlebt, wolle er sich nicht vom Acker
machen. "Denen, die jetzt nörgeln, wollen
wir es zeigen: Seht her, wir stellen uns."
Das sei durchaus als Appell an alle zu
verstehen, denen die Westfalia wirklich und
ehrlich am Herzen liege. "Es wird eine
schwere Saison. Das muss jedem klar sein.
Aber wir haben es schon einmal geschafft und
können es auch wieder schaffen, wenn wir
alle zusammen halten.
Bis Ende dieser Woche soll auch das Gerüst
der künftigen Mannschaft stehen. "Und das
wird keine schlechte Mannschaft sein",
kündigte Stieneke an. "Herr Schulz will
versuchen, ein neues Team aufzubauen, das
schon in der kommenden Saison den Aufstieg
in die Regionalliga schaffen kann."
Dass dies auch bei einem deutlich reduzierten Etat funktionieren kann, steht für den SCW-Boss außer Frage. "Manche Spieler sind halt überbezahlt. Und viele wollen auch für weniger Geld gerne in Herne spielen, weil bei uns in der Regel das Klima stimmt und wir auch mehr Zuschauer haben als die meisten übrigen NRW-Ligisten", so Stieneke.
Jetzt schon an die vierte Liga zu denken, geht dem Trainer aber deutlich zu weit. "Noch haben wir keine Mannschaft und finanziell müssen wir alle den Gürtel enger schnallen. Da kann es nur darum gehen, die Liga zu halten und eine gute Rolle zu spielen", relativiert Schulz. "Wir müssen erstmal die Vorraussetzungen schaffen, dass wir langfristig an alte Erfolge anknüpfen und höhere Ziele ins Auge fassen können."
Sollte es in
diesem Punkt ein kleines Missverständnis
gegeben haben, so waren sich Vorstand und
Trainer bei der Ausgestaltung des Vertrages
schnell einig. Ein eher ungewöhnliches
Detail gab Schulz preis. "Wie schon in der
Vergangenheit komme ich aus dem Vertrag
raus, wenn ein anderes Angebot kommt. Jetzt
hat der Verein die gleiche Möglichkeit und
kann sich von mir in der Winterpause
trennen. Das ist nur fair.
von Wolfgang Volmer