Mit Läufen im Schneematsch bereitet sich
Westfalia Herne auf das Spiel in Aachen vor.
Konditionell sieht Frank Schulz seine Truppe
bestens in Schuss, den Ball hat sie zuletzt
aber kaum gesehen. Stürmer Frederick Donkor
trainiert mit.
Mittlerweile geht Kollege Winter wohl allen
Fußballern gehörig auf den Keks. Auch Frank
Schulz. „Die Plätze sind gesperrt, eine
Halle haben wir nicht, und jeden Tag durch
die Matsche zu laufen, bringt auch nicht
viel”, sieht Westfalias Trainer wenig
Möglichkeiten, die Einheiten
abwechslungsreich und motivierend zu
gestalten. „Ab und an leisten wir uns eine
Soccer-Halle, aber da gehen 360 Euro drauf.
Wenn überhaupt eine Halle zu kriegen ist.
Den anderen Vereinen geht's ja auch nicht
besser.”
Bislang nehmen seine Spieler das
Unvermeidliche aber klaglos hin. „Die Jungs
haben super mitgezogen, selbst als im
Stadion die Heizung erneuert wurde und die
Duschen kalt waren.” Konditionell und
physisch sei die Mannschaft in
hervorragender Verfassung. „Aber wo wir
spielerisch stehen, da habe ich keine
Ahnung. Wir konnten jedenfalls nicht die
Dinge üben, die wir nach Mustrophs Weggang
einstudieren wollten.”
Gut möglich, dass der SCW ohne weiteren Test
direkt um Punkte spielen muss. Weil der alte
Tivoli über eine Rasenheizung verfügt, geht
Schulz davon aus, dass die für Samstag
angesetzte Partie bei Alemannia Aachen II
stattfinden kann - es sei denn, Zufahrtswege
oder Stehränge sind vereist oder der Verband
setzt erneut den kompletten Spieltag ab.
Also bereitet Schulz sein Team allen
Widrigkeiten zum Trotz auf den Ernstfall
vor. Mit dabei ist Frederick Donkor, ein
27-jähriger Ghanaer, der zuletzt für den FC
96 Recklinghausen stürmte. „Er trainiert mit
und wollte sich anmelden. Ob er sich auch
fristgerecht abgemeldet hat, weiß ich aber
nicht”, so Schulz. „Wenn ich Geld hätte
ausgeben können, hätte ich einen Defensiven
geholt. Aber Donkor hat Qualitäten, ist
schnell und schussstark. So einen Mann
schickt man nicht einfach weg.”
Auch Sami El-Nounou oder Sven Barton, zwei
frühere Publikumslieblinge, würde er nicht
wegschicken. Beide waren zu haben, aber
sicher nicht zum Nulltarif. So hat Barton
beim Ligarivalen SSVg Velbert angeheuert,
während der in Münster ausgemusterte
El-Nounou noch von keinem anderen Klub
vorgestellt wurde.
Wolfgang Volmer
Quelle:
WAZ
Herne