PRESSE

Der Ernstfall naht
 

04.02.10

Mit Läufen im Schneematsch bereitet sich Westfalia Herne auf das Spiel in Aachen vor. Konditionell sieht Frank Schulz seine Truppe bestens in Schuss, den Ball hat sie zuletzt aber kaum gesehen. Stürmer Frederick Donkor trainiert mit.

Mittlerweile geht Kollege Winter wohl allen Fußballern gehörig auf den Keks. Auch Frank Schulz. „Die Plätze sind gesperrt, eine Halle haben wir nicht, und jeden Tag durch die Matsche zu laufen, bringt auch nicht viel”, sieht Westfalias Trainer wenig Möglichkeiten, die Einheiten abwechslungsreich und motivierend zu gestalten. „Ab und an leisten wir uns eine Soccer-Halle, aber da gehen 360 Euro drauf. Wenn überhaupt eine Halle zu kriegen ist. Den anderen Vereinen geht's ja auch nicht besser.”

Bislang nehmen seine Spieler das Unvermeidliche aber klaglos hin. „Die Jungs haben super mitgezogen, selbst als im Stadion die Heizung erneuert wurde und die Duschen kalt waren.” Konditionell und physisch sei die Mannschaft in hervorragender Verfassung. „Aber wo wir spielerisch stehen, da habe ich keine Ahnung. Wir konnten jedenfalls nicht die Dinge üben, die wir nach Mustrophs Weggang einstudieren wollten.”

Gut möglich, dass der SCW ohne weiteren Test direkt um Punkte spielen muss. Weil der alte Tivoli über eine Rasenheizung verfügt, geht Schulz davon aus, dass die für Samstag angesetzte Partie bei Alemannia Aachen II stattfinden kann - es sei denn, Zufahrtswege oder Stehränge sind vereist oder der Verband setzt erneut den kompletten Spieltag ab.

Also bereitet Schulz sein Team allen Widrigkeiten zum Trotz auf den Ernstfall vor. Mit dabei ist Frederick Donkor, ein 27-jähriger Ghanaer, der zuletzt für den FC 96 Recklinghausen stürmte. „Er trainiert mit und wollte sich anmelden. Ob er sich auch fristgerecht abgemeldet hat, weiß ich aber nicht”, so Schulz. „Wenn ich Geld hätte ausgeben können, hätte ich einen Defensiven geholt. Aber Donkor hat Qualitäten, ist schnell und schussstark. So einen Mann schickt man nicht einfach weg.”

Auch Sami El-Nounou oder Sven Barton, zwei frühere Publikumslieblinge, würde er nicht wegschicken. Beide waren zu haben, aber sicher nicht zum Nulltarif. So hat Barton beim Ligarivalen SSVg Velbert angeheuert, während der in Münster ausgemusterte El-Nounou noch von keinem anderen Klub vorgestellt wurde.

Wolfgang Volmer

Quelle: WAZ Herne

 

 

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