NRW-Liga-Spiel fällt aus, dafür kommt
Niederrheinligist zum Test. Horst Albert
verliert seinen Job als Co-Trainer von Frank
Schulz. Herner Zukunft liegt weiterhin im
Dunkeln.
Bis zum Donnerstagabend hatten sie gehofft,
heute mit zweiwöchiger Verspätung in die
Saison starten zu dürfen. Nach einer
Besichtigung des Rasens am Schloss Strünkede
aber waren sich Platzkommission und Akteure
einig: Die NRW-Liga-Partie des SC Westfalia
Herne gegen Spitzenreiter Germania Windeck
kann nicht stattfinden.
„Schade, wir sind gut drauf und hätten gern
gespielt. Aber für das Wetter kann keiner
was”, schickte sich SCW-Trainer Frank Schulz
ins Unvermeidliche. „Der Boden ist
knochenhart gefroren, da ist die
Verletzungsgefahr einfach zu groß.”
Sprach's – und hängte sich in die Leitung,
um einen Testspielgegner zu finden. Eine
halbe Stunde später konnte er Vollzug
melden. Niederrheinligist TV Jahn Hiesfeld
tritt am Samstag um 14.30 Uhr auf dem
Kunstrasenplatz an der Forellstraße zum
Freundschaftsspiel an.
Gleichwohl bleibt die Situation in Herne
unbefriedigend. In vielerlei Hinsicht. Wo
die Nerven durch die Wetterlage ohnehin
angespannt sind, wo sich Emotionen nicht auf
dem Platz ausleben lassen, da entsteht ein
Vakuum, das schnell negativ aufgeladen wird.
Jetzt hat Horst Albert seinem Frust Luft
gemacht und sein Ausscheiden als Co-Trainer
zum Saisonende angekündigt. Der Verein werde
amateurhaft geführt, begründete Albert
diesen Schritt. Er bemängelte fehlende
Rückendeckung durch den Vorstand bei
Konflikten der jüngeren Vergangenheit wie
dem Nichtantreten zur
Hallenstadtmeisterschaft oder öffentlicher
Kritik durch das vorherige Trainergespann.
Womit Albert eine Reaktion geradezu
provozierte. „Das sind unglaubliche
Vorwürfe, die ich als pure Unverschämtheit
empfinde”, ärgerte sich Vorsitzender Horst
Haneke. „Ein Mann, der noch nie einen Verein
trainiert hat, erlaubt sich so etwas. Wenn
Albert zu einem Bundesligisten will, soll er
zu einem Bundesligisten gehen. Wir sind ein
Amateurverein und haben kein Geld.”
Nach Erscheinen des Interviews setzte sich
der engere Führungszirkel des SCW mit Haneke,
Jürgen Stieneke, Georg Ortmann und Timur
Camci zusammen und kam schnell zu dem
Ergebnis, dass eine vertrauensvolle
Zusammenarbeit nicht länger möglich sei.
„Noch am Donnerstagabend haben wir uns dann
getrennt”, so Haneke. „In gegenseitigem
Einvernehmen.”
Cheftrainer Frank Schulz bedauert diese
Entwicklung. „Zweifellos war Hotte jemand,
der unser Kollektiv befruchtet hat. Mehr
möchte ich dazu aber im Moment nicht sagen.”
Er selbst habe einen laufenden Vertrag, den
er zu erfüllen gedenke. „Natürlich mache ich
mir wie jeder einzelne Spieler auch
Gedanken, wie es hier im nächsten Jahr
weitergeht. Zu gegebener Zeit werde ich mich
erklären.” Jetzt gelte es erst einmal, Ruhe
reinzubringen. „Der Verein ist in einer
schweren Situation. Das ist für alle
momentan nicht so einfach.”
Was Horst Haneke bestätigt. Der Vorsitzende
wurde sogar konkreter. „Wir haben noch keine
Ahnung, wie es in der nächsten Saison weiter
geht. Vieles hängt von einem möglichen
großen Sponsor ab, mit dem wir seit vier,
sechs Wochen verhandeln. Bis Ende Februar,
Anfang März müsste sich das entscheiden.”
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Wolfgang Volmer
Quelle:
WAZ
Herne