Zur nächsten Saison muss sich der
NRW-Ligist einen neuen Trainer suchen.
Schulz sieht in Herne wenig Perspektiven und
fühlt sich "abgestumpft". Im Testspiel
gelingt seiner Elf ein 4:2 über den FC
Recklinghausen.
Seit
gestern hat der Vorstand des SC Westfalia
Herne noch eine weitere Baustelle. Er muss
sich um einen neuen Trainer kümmern. „Über
das Saisonende hinaus werde ich in Herne
nicht weitermachen”, kündigte Frank Schulz
am Rande des Testspiels gegen Recklinghausen
an. „Ich will es früh genug sagen, damit die
Spieler Bescheid wissen und der Verein
ausreichend Zeit hat, sich neu zu
orientieren.”
Nach vielen schönen und erfolgreichen Jahren
fühle er jetzt die Gefahr, „abzustumpfen”
und ein Stück seiner Identität zu verlieren.
„Ich lasse mir Sachen gefallen, gegen die
ich mich sonst zur Wehr gesetzt hätte. Aber
für meine Trainertätigkeit brauche ich meine
Emotionalität und meine Geradlinigkeit”,
sieht Schulz eine beginnende Veränderung
seiner Persönlichkeit, die er nicht
hinnehmen will. Hauptgrund für seinen
Schritt sei aber die fehlende Perspektive.
„Im Verein gibt es strukturelle Defizite, an
denen sich in den vergangenen sechs Jahren
nichts geändert hat. Und ich fürchte, es
wird sich daran auch nichts mehr ändern.”
Und im Sommer dazustehen und zum vierten mal
eine völlig neue Truppe aufzubauen, dazu
fehle ihm einfach die Lust.
Bis zum Saisonende aber will er mit der
Herner Mannschaft noch einiges erreichen.
Für die Restrunde sieht der Trainer seine
Truppe gut gerüstet. „Die Anfangsphase haben
wir verschlafen. Aber ab der 20. Minute hat
die Mannschaft alles im Griff gehabt und
richtig gut gespielt”, war Schulz mit dem
gestrigen Test gegen den Westfalenligisten
zufrieden. „Der FC hat tief gestanden und
ist engagiert in die Zweikämpfe gegangen.
Das war nicht leicht zu spielen.”
SC Westfalia Herne - FC 96 Recklinghausen
4:2 (1:1)
Tore: 0:1 (5.) Luvuezo (11m), 1:1 (31.) N.
Eisen (11m), 2:1 (55.) Urban, 3:1 (62.)
Onucka (11m), 4:1 (66.) Onucka, 4:2 (79.) M.
Eisen.
SCW: Ditterle (46. Bautz) - Kluy, Seidel
(72. Mikic), N. Eisen, Kacar (67. Köksal) -
Gebauer (72. Bielmeier) - Diaz (72. Odobasic),
Tahiri (46. Khimiri) - Urban (72. Alasan) -
Ouro-Akpo (67. Jubt), Onucka (80. Pfeifer).
Wolfgang Volmer
Quelle:
WAZ
Herne