Westfalia Herne muss sich nach einem
Kampfspiel auf tiefem Boden mit einem 2:2
gegen den 1. FC Kleve begnügen. Klünder
trifft für die Gäste zum späten Ausgleich.
Mitte September muss es gewesen sein, dass
der SC Westfalia letztmals ein Pflichtspiel
verlor. Seit dem 0:1 bei SW Essen hat die
Elf von Frank Schulz immer gepunktet, hat
viele Gegner dominiert und ist in der
Tabelle beständig geklettert. Gestern hätte
sie auf den vierten Platz springen können –
und damit im Umfeld gewiss wieder
Begehrlichkeiten geweckt. Auch deshalb war
wohl niemand so richtig böse, dass es gegen
Kleve „nur” zu einem 2:2 reichte. Noch
einmal 15 000 Euro für einen
Regionalliga-Lizenzantrag zu verbrennen,
kann sich die klamme Westfalia nämlich nicht
erlauben.
Trainer Frank Schulz hat damit zwar nichts
mehr am Hut, weil er zum Saisonende
aussteigt, doch auch er kann nach eigenem
Bekunden mit dem Unentschieden gut leben.
Zumal es den gezeigten Leistungen gerecht
wurde. Der anfangs glitschige, später immer
tiefere Rasen ließ ein gepflegtes
Kombinationsspiel nicht zu und kostete die
Spieler viel Kraft. Stand die erste Hälfte
fußballerisch noch auf ordentlichem Niveau,
auch wenn da schon der Zufall eine große
Rolle spielte, so gab es nach der Pause viel
Kampf, Krampf und Gepöhle zu sehen. Mehr
ging halt nicht bei diesen überaus
schwierigen Bedingungen.
Vielleicht wäre die Partie anders verlaufen,
wenn Arben Tahiri gleich in der ersten
Minute Tim Gebauers feine Vorarbeit genutzt
und seine Riesenchance verwertet hätte. Doch
völlig freistehend schoss er so unplatziert,
dass FC-Keeper Schütz abwehren konnte.
Weniger gnädig gaben sich die Gäste beim
ersten Herner Fehler. Als Gebauer den Ball
in der Vorwärtsbewegung verlor, stahl sich
Benedikt Koep zwischen Nils Eisen und Norman
Seidel frei und drückte Marius Sowislos
Hereingabe aus kurzer Distanz über die
Linie.
Allzu lange konnten sich die Gäste nicht
über ihre Führung freuen. Nach Tim Kilians
Ecke verlängerte Eisen den Ball zu Ouro-Akpo,
der aus fünf Metern einköpfte.

Das 1:1 durch Ouro-Akpo in der 19. Minute
Nun kam der SCW immer besser in die Gänge. Angetrieben vom Ex-Klever Mirko Urban, der später abbaute, beherrschte der SCW das Spiel, ohne klare Chancen zu kreieren. Die boten sich eher den Gästen durch Klimczok, der an Ditterle scheiterte, und Behrendt, dessen Direktabnahme Kacar von der Linie schlug. Stattdessen besorgte Marko Onucka in Gerd-Müller-Manier doch noch die Herner Pausenführung.

Diese Chance von Marko Onucka (Nr. 7)
blieb ungenutzt
Fotos: InfoSchlumpf
Die zweite Hälfte begann mit einem Knaller,
als Behrendts fulminanter Schuss aus 22
Metern vor die Latte des SCW-Tores prallte.
Danach verflachte die Partie, war geprägt
von Ballverlusten. Kleve versuchte nach
vorne zu spielen - und bot dem SCW viele
Räume, mit einem Konter die Entscheidung zu
erzwingen. Doch den Hernern fehlte diesmal
die Präzision. Das rächte sich kurz vor
Schluss, als Sowislo nach dem Fehlpass des
gerade eingewechselten Sven Jubt den Blick
für den freistehenden Klünder hatte.
SC Westfalia Herne - 1. FC Kleve 2:2 (2:1)
Tore: 0:1 (11.) Koep, 1:1 (19.) Ouro-Akpo,
2:1 (42.) Onucka, 2:2 (86.) Klunder.
SCW: Ditterle - Kluy (64. Diaz), Seidel,
Eisen, Kacar (90.+2 Khimiri) - Tahiri,
Kilian, Gebauer - Urban - Ouro-Akpo (85.
Jubt), Onucka.
Kleve: Schütz - Behrendt (78. Klunder),
Klemt, Sendag, Buttgereit (58. Verseegen,
71. Braun) - Roemgens, Akpinar, Mahr,
Klimczok - Sowislo, Koep.
SR: Michael Bernhardt (Bergisch Gladbach).
Zuschauer: 400.
Wolfgang Volmer
Quelle:
WAZ
Herne