PRESSE

Gerechtes Unentschieden
 

08.03.10

Westfalia Herne muss sich nach einem Kampfspiel auf tiefem Boden mit einem 2:2 gegen den 1. FC Kleve begnügen. Klünder trifft für die Gäste zum späten Ausgleich.

Mitte September muss es gewesen sein, dass der SC Westfalia letztmals ein Pflichtspiel verlor. Seit dem 0:1 bei SW Essen hat die Elf von Frank Schulz immer gepunktet, hat viele Gegner dominiert und ist in der Tabelle beständig geklettert. Gestern hätte sie auf den vierten Platz springen können – und damit im Umfeld gewiss wieder Begehrlichkeiten geweckt. Auch deshalb war wohl niemand so richtig böse, dass es gegen Kleve „nur” zu einem 2:2 reichte. Noch einmal 15 000 Euro für einen Regionalliga-Lizenzantrag zu verbrennen, kann sich die klamme Westfalia nämlich nicht erlauben.

Trainer Frank Schulz hat damit zwar nichts mehr am Hut, weil er zum Saisonende aussteigt, doch auch er kann nach eigenem Bekunden mit dem Unentschieden gut leben. Zumal es den gezeigten Leistungen gerecht wurde. Der anfangs glitschige, später immer tiefere Rasen ließ ein gepflegtes Kombinationsspiel nicht zu und kostete die Spieler viel Kraft. Stand die erste Hälfte fußballerisch noch auf ordentlichem Niveau, auch wenn da schon der Zufall eine große Rolle spielte, so gab es nach der Pause viel Kampf, Krampf und Gepöhle zu sehen. Mehr ging halt nicht bei diesen überaus schwierigen Bedingungen.

Vielleicht wäre die Partie anders verlaufen, wenn Arben Tahiri gleich in der ersten Minute Tim Gebauers feine Vorarbeit genutzt und seine Riesenchance verwertet hätte. Doch völlig freistehend schoss er so unplatziert, dass FC-Keeper Schütz abwehren konnte. Weniger gnädig gaben sich die Gäste beim ersten Herner Fehler. Als Gebauer den Ball in der Vorwärtsbewegung verlor, stahl sich Benedikt Koep zwischen Nils Eisen und Norman Seidel frei und drückte Marius Sowislos Hereingabe aus kurzer Distanz über die Linie.

Allzu lange konnten sich die Gäste nicht über ihre Führung freuen. Nach Tim Kilians Ecke verlängerte Eisen den Ball zu Ouro-Akpo, der aus fünf Metern einköpfte.


Das 1:1 durch Ouro-Akpo in der 19. Minute

Nun kam der SCW immer besser in die Gänge. Angetrieben vom Ex-Klever Mirko Urban, der später abbaute, beherrschte der SCW das Spiel, ohne klare Chancen zu kreieren. Die boten sich eher den Gästen durch Klimczok, der an Ditterle scheiterte, und Behrendt, dessen Direktabnahme Kacar von der Linie schlug. Stattdessen besorgte Marko Onucka in Gerd-Müller-Manier doch noch die Herner Pausenführung.


Diese Chance von Marko Onucka  (Nr. 7) blieb ungenutzt                                                                      Fotos: InfoSchlumpf

Die zweite Hälfte begann mit einem Knaller, als Behrendts fulminanter Schuss aus 22 Metern vor die Latte des SCW-Tores prallte. Danach verflachte die Partie, war geprägt von Ballverlusten. Kleve versuchte nach vorne zu spielen - und bot dem SCW viele Räume, mit einem Konter die Entscheidung zu erzwingen. Doch den Hernern fehlte diesmal die Präzision. Das rächte sich kurz vor Schluss, als Sowislo nach dem Fehlpass des gerade eingewechselten Sven Jubt den Blick für den freistehenden Klünder hatte.


SC Westfalia Herne - 1. FC Kleve 2:2 (2:1)

Tore: 0:1 (11.) Koep, 1:1 (19.) Ouro-Akpo, 2:1 (42.) Onucka, 2:2 (86.) Klunder.

SCW: Ditterle - Kluy (64. Diaz), Seidel, Eisen, Kacar (90.+2 Khimiri) - Tahiri, Kilian, Gebauer - Urban - Ouro-Akpo (85. Jubt), Onucka.

Kleve: Schütz - Behrendt (78. Klunder), Klemt, Sendag, Buttgereit (58. Verseegen, 71. Braun) - Roemgens, Akpinar, Mahr, Klimczok - Sowislo, Koep.

SR: Michael Bernhardt (Bergisch Gladbach).

Zuschauer: 400.

Wolfgang Volmer

Quelle: WAZ Herne

Fotoalbum von InfoSchlumpf
 

 

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