PRESSE

Vom Schussglück verlassen
 

29.03.10

Es ist schon eine erstaunliche Truppe, die Hernes Trainer Frank Schulz da wieder hingestellt hat. Obwohl sie genervt sind ob der ungewissen Zukunft, schafften es Westfalias Spieler auch in Bielefeld wieder, alles Störende auszublenden und sich für 90 Minuten aufs Wesentliche zu konzentrieren: Den Ball, den Gegner und das Spiel.

Belohnt wurden die Gäste durch ein hochverdientes Remis. „Eigentlich zu wenig“, wie Schulz befand. „Gemessen an Chancen und Spielanteilen haben wir hier zwei Punkte liegen lassen.“ Eine Sichtweise, der auch Arminen-Trainer Armin Perrey nicht widersprechen wollte.
 

Von Beginn an kontrollierten die Herner die Partie. Mit ihrer guten Raumaufteilung und hohen Laufbereitschaft erkämpften sie sich Feldvorteile und bald auch die ersten Chancen. Bereits in der 14. Minute hatte Abdou-Nassirou Ouro-Akpo das 0:1 auf dem Fuß, als er mutterseelenallein auf das Bielefelder Tor zulief, den Ball aber nicht an Hartmann vorbeibrachte. Es war nur die erste von vier, fünf glasklaren Möglichkeiten, die Pechvogel Akpo im Laufe der Begegnung verbaselte.

Das Herner Tor hingegen geriet kaum einmal in Gefahr. Dabei musste Schulz seine eingespielte Viererkette kurzfristig umbauen, weil Nils Eisen nach dem Warmmachen abgewunken hatte.

Ouro-Akpo         Foto: Cib

Für ihn rückte Tim Kilian in die Innenverteidigung - und verdiente sich ein dickes Lob seines Trainers. „Tim hat bärenstark gespielt“, war Schulz vom Ex-Schalker sehr angetan.

Obwohl die Herner also alles im Griff hatten, lagen sie plötzlich hinten. Ercan Kacar, kein Freund des rustikalen Fußballs, ließ die Kugel beim Rettungsversuch im eigenen Strafraum weit von der Brust abprallen, so dass Christian Santos aus drei Metern einlochen konnte. Bielefeld hatte keine Chance - und nutzte sie.

Nach der Pause wurde die Herner Dominanz noch frappierender. Chance um Chance spielten sich die Gäste heraus, doch das Tor war wie vernagelt. Bis Bielefelds Appiah die verzweiften Onucka, Ouro-Akpo und Co. erlöste, als er eine Hereingabe ungeschickt ins eigene Tor lenkte.

„Einfach super, wie meine Truppe hier beim Tabellendritten aufgetreten ist“, resümierte Frank Schulz. „Sie bringt Woche für Woche Topleistungen und hat es nicht verdient, so lange im Ungewissen zu sein. Es wird Zeit, das jemand mit den Jungs redet.“

Wolfgang Volmer

Quelle: WAZ Herne

 

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