Es ist schon eine erstaunliche Truppe,
die Hernes Trainer Frank Schulz da wieder
hingestellt hat. Obwohl sie genervt sind ob
der ungewissen Zukunft, schafften es
Westfalias Spieler auch in Bielefeld wieder,
alles Störende auszublenden und sich für 90
Minuten aufs Wesentliche zu konzentrieren:
Den Ball, den Gegner und das Spiel.
Belohnt wurden die Gäste durch ein
hochverdientes Remis. „Eigentlich zu wenig“,
wie Schulz befand. „Gemessen an Chancen und
Spielanteilen haben wir hier zwei Punkte
liegen lassen.“ Eine Sichtweise, der auch
Arminen-Trainer Armin Perrey nicht
widersprechen wollte.
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Von Beginn an kontrollierten die
Herner die Partie. Mit ihrer guten
Raumaufteilung und hohen
Laufbereitschaft erkämpften sie sich
Feldvorteile und bald auch die
ersten Chancen. Bereits in der 14.
Minute hatte Abdou-Nassirou
Ouro-Akpo das 0:1 auf dem Fuß, als
er mutterseelenallein auf das
Bielefelder Tor zulief, den Ball
aber nicht an Hartmann
vorbeibrachte. Es war nur die erste
von vier, fünf glasklaren
Möglichkeiten, die Pechvogel Akpo im
Laufe der Begegnung verbaselte. |
| Ouro-Akpo Foto: Cib |
Für ihn rückte Tim Kilian in die Innenverteidigung - und verdiente sich ein dickes Lob seines Trainers. „Tim hat bärenstark gespielt“, war Schulz vom Ex-Schalker sehr angetan.
Obwohl die Herner also alles im Griff
hatten, lagen sie plötzlich hinten. Ercan
Kacar, kein Freund des rustikalen Fußballs,
ließ die Kugel beim Rettungsversuch im
eigenen Strafraum weit von der Brust
abprallen, so dass Christian Santos aus drei
Metern einlochen konnte. Bielefeld hatte
keine Chance - und nutzte sie.
Nach der Pause wurde die Herner Dominanz
noch frappierender. Chance um Chance
spielten sich die Gäste heraus, doch das Tor
war wie vernagelt. Bis Bielefelds Appiah die
verzweiften Onucka, Ouro-Akpo und Co.
erlöste, als er eine Hereingabe ungeschickt
ins eigene Tor lenkte.
„Einfach super, wie meine Truppe hier beim
Tabellendritten aufgetreten ist“, resümierte
Frank Schulz. „Sie bringt Woche für Woche
Topleistungen und hat es nicht verdient, so
lange im Ungewissen zu sein. Es wird Zeit,
das jemand mit den Jungs redet.“
Wolfgang Volmer
Quelle:
WAZ
Herne
