Sowas nennt man wohl einen Einstand nach
Maß. Im ersten Spiel nach der Schulz-Ära
wurde Interimscoach Arben Tahiri von den
Fans gefeiert, vom Manager Timur Camci gab
es ein sattes Schulterklopfen und vom
Präsidenten Horst Haneke eine herzliche
Umarmung. „Aber ich wusste doch, was wir für
eine starke Mannschaft haben. Das ist ein
richtig tolles Kollektiv“, gab der
30-Jährige das geballte Lob artig an seine
Spieler weiter.
Auch wenn Tahiri sich der Akzeptanz seiner
Kameraden sicher sein kann und seinem Team
gegen Köln die erfolgreiche Taktik
vermittelt hat, darf er beim SCW nicht auf
den Start einer möglichen Trainerkarriere
hoffen.
„Ab morgen beginnen die Gespräche mit
unseren Spielern und mit den
Trainerkandidaten, denn der neue Coach soll
bei der Zusammensetzung der Mannschaft für
die nächste Saison voll eingebunden werden“,
kündigte Timur Camci nach der Partie an. Die
Verpflichtung eines neuen Übungsleiters
wolle man aber nicht überstürzen. „Arben hat
unser volles Vertrauen“, so der
Westfalia-Manager.
Gegen Fortuna Köln, vor der Partie
punktgleicher Tabellennachbar der Strünkeder,
demonstrierte der SCW von Beginn an Stärke,
dominierte in den Zweikämpfen und setzte den
Gegner schon in dessen Hälfte unter Druck.
Der Erfolg stellte sich nach nichtmal fünf
Minuten ein. Marko Onucka eroberte den Ball
bei einem Abwehrversuch der Kölner und
schloss sicher zum 1:0 ab. Erneut Onucka
(16.) und Ouro-Akpo (23.) hätten die Führung
ausbauen können, ehe Köln durch Schwarz und
Kruth den Ball kurz vor der Pause zumindest
mal in Richtung des Herner Tores
beförderten.
Doch schon kurz nach Wiederbeginn rückte Tim
Gebauer die Verhältnisse endgültig zurecht.
Onucka hatte von der Grundlinie
zurückgelegt, und der SCW-Kapitän vollendete
zum 2:0. Nachdem der bärenstarke Tim Kilian
(62.) und Nils Eisen (70., Pfosten) noch
gescheitert waren, schraubte Akpo das
Resultat auf eine dem Spielverlauf
angemessene Höhe. Allerdings hätten sich die
Spieler aus der Domstadt nicht beschweren
dürfen, wenn sie an diesem Tage eine noch
dickere Packung bezogen hätten.

In der 74. Minute kommt der Ball zum
freistehenden Ouro-Akpo...

...der keine Mühe hat zum 3:0-Endstand zu
verwandeln.
Fotos: Cib
SC Westfalia Herne - SC Fortuna Köln 3:0
SCW: Ditterle - Kluy, Seidel, Eisen (79.
Alasan), Kacar - Köksal, Kilian, Urban,
Gebauer - Ouro-Akpo (82. Jubt), Onucka (84.
Diaz).
Köln: Blech - Beckers (72. Sanches), Jagusch
(46. Tomanek), Marten, Furucu - Schwarz,
Schmied, Schroden, Ende - Kruth, Dahmani.
SR: Hoff (Krefeld).
Tore: 1:0 Onucka (5.), 2:0 Gebauer (46.),
3:0 Ouro-Akpo (74.).
Zuschauer: 500.
Uwe Ross
Trainerstimmen:
Matthias Mink (Köln): „Es war ein
mehr als verdienter Sieg für Herne. Wir
waren in keiner Phase des Spiels in der
Lage, einen ligatauglichen Gegner zu
stellen. Der Platz und unsere
fußballerischen Möglichkeiten haben uns
heute keine Möglichkeit gegeben, nach vorne
zu spielen, geschweige denn ein Tor zu
schießen.“
Arben Tahiri (SCW): „Die Situation,
jetzt als Trainer einzusteigen, war für mich
nicht einfach. Aber ein Riesenkompliment
gilt der Mannschaft. Sie hat auch heute
Stärke gezeigt, wie eigentlich die ganze
Saison über. Die Spieler haben mich gebeten,
diese Position zu übernehmen, und ich habe
auch keine Angst davor, bis zum Ende der
Saison in dieser Rolle zu bleiben.“
Quelle:
WAZ
Herne