Die Westfalia-Fans konnten einen
erfolgreichen Einstand von Arben Tahiri als
Coach feiern. Die Herner gewannen am
Ostermontag 3:0 gegen Fortuna Köln.
Scherben sollen bekanntlich Glück bringen.
Die Kaffeetassen gingen zwar erst bei der
Pressekonferenz nach dem Spiel, das
Westfalia Herne soeben im Stadion Schloss
Strünkede 3:0 (1:0) gegen Fortuna Köln
gewonnen hatte, zu Bruch, aber vielleicht
hilft es für die noch folgenden Wochen bis
zum Saisonende.
So ganz glücklich wirkte Arben Tahiri, der
nach dem Wechsel von Frank Schulz am
vergangenen Donnerstag zum Liga-Kontrahenten
Velbert nun das Traineramt übernommen hat,
nämlich nicht. Seine Mannschaft hatte eine
klasse Partie gegen schwache Gäste aus der
Domstadt gezeigt, daran gab es keine
Zweifel, aber der starke Auftritt zieht auch
einen großen Wunsch nach sich.

Gleich ein überzeugender Erfolg zum
Einstand: SCW-Interimstrainer Arben Tahiri
Foto: InfoSchlumpf
Die Spieler wollen keinen neuen Chef an der
Seitenlinie, sie wollen Tahiri. Und auch die
überschwänglichen Fans feierten den
30-Jährigen als „Meistertrainer“. Der
Vorstand hält sich aber bedeckt. „Wir wollen
nichts überstürzen, aber wir müssen den
neuen Trainer auch bereits in die Planungen
für die neue Saison einbeziehen“, erklärte
der Sportliche Leiter Timur Camci, während
Tahiri betonte: „Ich habe keine Angst davor,
diese Position bis zum Saisonende
auszuführen.“
Der aktuelle Interimstrainer freute sich
aber vor allem auch über die Leistung am
Ostermontag: „Wir haben wieder einmal in so
einer Situation Stärke gezeigt." Vor allem
in der zweiten Hälfte war von den Fortunen
rein gar nichts mehr zu sehen. Nach dem
frühen 1:0 durch Marko Onucka in der fünften
Minute, die Vorlage gab Kölns Keeper Niklas
Blech, war die Partie bereits kurz nach
Wiederanpfiff entschieden. Kapitän Tim
Gebauer erhöhte auf 2:0 (46.), den
Schlusspunkt setzte schließlich
Abdou-Nassirou Ouro-Akpo nach einer tollen
Kombination über Mirko Urban und Onucka
(74.).
Westfalia: Ditterle - Kluy, Seidel, Eisen
(79. Alasan), Kacar - Köksal, Kilian, Urban,
Gebauer - Ouro-Akpo (82. Jubt), Onucka (84.
Diaz).
Köln: Blech - Beckers (72. Sanches), Jagusch
(46. Tomanek), Marten, Furucu - Schwarz,
Schmied, Schroden, Ende - Kruth, Dahmani.
SR: Hoff (Krefeld).
Tore: 1:0 Onucka (5.), 2:0 Gebauer (46.),
3:0 Ouro-Akpo (74.).
Zuschauer: 500.
Stimmen zum Spiel:
„Wir haben von Anfang an gut gespielt. Beim
ersten Tor hatten wir vielleicht noch etwas
Glück, aber wir haben auch kaum etwas
zugelassen“, war Tim Gebauer
zufrieden. Der Kapitän verriet, dass „wir
uns in der Gemeinschaft auf das Spiel
vorbereitet haben. Auch bei der Aufstellung
haben wir uns zusammengesetzt“.
Der 25-Jährige sprach zudem aus, was alle
wollen: „Wir möchten mir Arben Tahiri weiter
zusammen arbeiten.“ Es mache mit dem Team
unglaublich viel Spaß. Sinnbildlich für den
großen Zusammenhalt waren auch die Szenen
nach dem Abpfiff. Das komplette Team fand
sich noch einmal zum Spielerkreis zusammen.
„Wir haben ein paar Späße gemacht“, meinte
Gebauer.
Christopher Ditterle, Torhüter des
SCW, erlebte einen ruhigen Nachmittag.
Gefährlich vor seinem Kasten wurde es
nämlich nicht. „Das war ein arbeitsloser
Tag“, räumte der Keeper ein, der auch die
weiteren Ziele ausgab: „Auch wenn wir nicht
aufsteigen können, werden wir noch einmal
Vollgas geben. Wir wollen so weit nach oben
wie möglich.“
Fortunas Coach Matthias Mink blieb
nicht anderes übrig, als dem Gegner zu
gratulieren: „Ich muss den Hernern ein
großes Kompliment aussprechen. Das war ein
mehr als verdienter Sieg.“
Timur Camci, Sportlicher Leiter der
Westfalia, nahm bereits in der Halbzeitpause
Stellung zur Trainersuche. „Wir werden
eventuell bereits in den nächsten Tagen
einen Nachfolger präsentieren.“ Zum
Anforderungsprofil erklärte Camci: „Es muss
eine autoritäre Person sein und ein Kenner
der Liga. Zudem muss es ein Arbeiter sein,
der auch mit dem Umfeld zurecht kommt.“ Auch
die Gespräche mit den Spielern sollen in
dieser Woche endlich aufgenommen werden.
Arben Tahiri nutzte die Gelegenheit
bei seiner ersten Pressekonferenz, um ein
Wort an die eigenen Anhänger zu richten.
„Für mich war die Situation, als Trainer
einzusteigen, nicht einfach. Aber dieses Mal
habe ich von den Rängen nicht gehört, dass
der und der raus muss‘. Das hat mich zuletzt
angekotzt.“
Solange er die Verantwortung als Trainer
trägt, wird Tahiri nicht als Spieler zur
Verfügung stehen. „Meine fußballerische
Karriere stelle ich erst einmal zurück. Es
ist wichtig, dass ich von der Seitenlinie
aus die Anweisungen gebe“, erläuterte der
30-Jährige.
Horst Haneke, Vorsitzender der
Herner, geriet nach dem 3:0 gegen Fortuna
ins Schwärmen: „Das war eine Glanzleistung.
Das Team hat hervorragend gespielt und
kombiniert.“
Die Gefahr, dass die Mannschaft im Sommer
auseinander bricht, sieht Haneke nicht: „Die
Gespräche werden nun geführt. Die Spieler
verstehen sich grandios untereinander und
würden gerne weiter zusammenspielen.“
Desirée Kraczyk
Quelle: RevierSport