PRESSE

Tahiris toller Einstand als Coach
 

06.04.10

Die Westfalia-Fans konnten einen erfolgreichen Einstand von Arben Tahiri als Coach feiern. Die Herner gewannen am Ostermontag 3:0 gegen Fortuna Köln.

Scherben sollen bekanntlich Glück bringen. Die Kaffeetassen gingen zwar erst bei der Pressekonferenz nach dem Spiel, das Westfalia Herne soeben im Stadion Schloss Strünkede 3:0 (1:0) gegen Fortuna Köln gewonnen hatte, zu Bruch, aber vielleicht hilft es für die noch folgenden Wochen bis zum Saisonende.

So ganz glücklich wirkte Arben Tahiri, der nach dem Wechsel von Frank Schulz am vergangenen Donnerstag zum Liga-Kontrahenten Velbert nun das Traineramt übernommen hat, nämlich nicht. Seine Mannschaft hatte eine klasse Partie gegen schwache Gäste aus der Domstadt gezeigt, daran gab es keine Zweifel, aber der starke Auftritt zieht auch einen großen Wunsch nach sich.


Gleich ein überzeugender Erfolg zum Einstand: SCW-Interimstrainer Arben Tahiri                             Foto: InfoSchlumpf

Die Spieler wollen keinen neuen Chef an der Seitenlinie, sie wollen Tahiri. Und auch die überschwänglichen Fans feierten den 30-Jährigen als „Meistertrainer“. Der Vorstand hält sich aber bedeckt. „Wir wollen nichts überstürzen, aber wir müssen den neuen Trainer auch bereits in die Planungen für die neue Saison einbeziehen“, erklärte der Sportliche Leiter Timur Camci, während Tahiri betonte: „Ich habe keine Angst davor, diese Position bis zum Saisonende auszuführen.“

Der aktuelle Interimstrainer freute sich aber vor allem auch über die Leistung am Ostermontag: „Wir haben wieder einmal in so einer Situation Stärke gezeigt." Vor allem in der zweiten Hälfte war von den Fortunen rein gar nichts mehr zu sehen. Nach dem frühen 1:0 durch Marko Onucka in der fünften Minute, die Vorlage gab Kölns Keeper Niklas Blech, war die Partie bereits kurz nach Wiederanpfiff entschieden. Kapitän Tim Gebauer erhöhte auf 2:0 (46.), den Schlusspunkt setzte schließlich Abdou-Nassirou Ouro-Akpo nach einer tollen Kombination über Mirko Urban und Onucka (74.).

Westfalia: Ditterle - Kluy, Seidel, Eisen (79. Alasan), Kacar - Köksal, Kilian, Urban, Gebauer - Ouro-Akpo (82. Jubt), Onucka (84. Diaz).
Köln: Blech - Beckers (72. Sanches), Jagusch (46. Tomanek), Marten, Furucu - Schwarz, Schmied, Schroden, Ende - Kruth, Dahmani.
SR: Hoff (Krefeld).
Tore: 1:0 Onucka (5.), 2:0 Gebauer (46.), 3:0 Ouro-Akpo (74.).
Zuschauer: 500.
 

Stimmen zum Spiel:

„Wir haben von Anfang an gut gespielt. Beim ersten Tor hatten wir vielleicht noch etwas Glück, aber wir haben auch kaum etwas zugelassen“, war Tim Gebauer zufrieden. Der Kapitän verriet, dass „wir uns in der Gemeinschaft auf das Spiel vorbereitet haben. Auch bei der Aufstellung haben wir uns zusammengesetzt“.

Der 25-Jährige sprach zudem aus, was alle wollen: „Wir möchten mir Arben Tahiri weiter zusammen arbeiten.“ Es mache mit dem Team unglaublich viel Spaß. Sinnbildlich für den großen Zusammenhalt waren auch die Szenen nach dem Abpfiff. Das komplette Team fand sich noch einmal zum Spielerkreis zusammen. „Wir haben ein paar Späße gemacht“, meinte Gebauer.

Christopher Ditterle, Torhüter des SCW, erlebte einen ruhigen Nachmittag. Gefährlich vor seinem Kasten wurde es nämlich nicht. „Das war ein arbeitsloser Tag“, räumte der Keeper ein, der auch die weiteren Ziele ausgab: „Auch wenn wir nicht aufsteigen können, werden wir noch einmal Vollgas geben. Wir wollen so weit nach oben wie möglich.“

Fortunas Coach Matthias Mink blieb nicht anderes übrig, als dem Gegner zu gratulieren: „Ich muss den Hernern ein großes Kompliment aussprechen. Das war ein mehr als verdienter Sieg.“

Timur Camci, Sportlicher Leiter der Westfalia, nahm bereits in der Halbzeitpause Stellung zur Trainersuche. „Wir werden eventuell bereits in den nächsten Tagen einen Nachfolger präsentieren.“ Zum Anforderungsprofil erklärte Camci: „Es muss eine autoritäre Person sein und ein Kenner der Liga. Zudem muss es ein Arbeiter sein, der auch mit dem Umfeld zurecht kommt.“ Auch die Gespräche mit den Spielern sollen in dieser Woche endlich aufgenommen werden.

Arben Tahiri nutzte die Gelegenheit bei seiner ersten Pressekonferenz, um ein Wort an die eigenen Anhänger zu richten. „Für mich war die Situation, als Trainer einzusteigen, nicht einfach. Aber dieses Mal habe ich von den Rängen nicht gehört, dass der und der raus muss‘. Das hat mich zuletzt angekotzt.“

Solange er die Verantwortung als Trainer trägt, wird Tahiri nicht als Spieler zur Verfügung stehen. „Meine fußballerische Karriere stelle ich erst einmal zurück. Es ist wichtig, dass ich von der Seitenlinie aus die Anweisungen gebe“, erläuterte der 30-Jährige.

Horst Haneke, Vorsitzender der Herner, geriet nach dem 3:0 gegen Fortuna ins Schwärmen: „Das war eine Glanzleistung. Das Team hat hervorragend gespielt und kombiniert.“

Die Gefahr, dass die Mannschaft im Sommer auseinander bricht, sieht Haneke nicht: „Die Gespräche werden nun geführt. Die Spieler verstehen sich grandios untereinander und würden gerne weiter zusammenspielen.“

Desirée Kraczyk

Quelle: RevierSport

Fotostrecke vom Spiel
 

 

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