Er ist beileibe kein heuriger Hase, hat im
Fußballgeschäft schon fast alles erlebt. Am
Donnerstag aber stürzte doch viel Neues auf
Klaus Täuber ein. Neue Namen, neue
Eindrücke, neue Informationen. „Ich habe den
Abend zum Kennenlernen genutzt“, erzählte
der neue Trainer des SC Westfalia nach der
ersten Einheit am Schloss Strünkede. Bevor
er den Ball ins Spiel brachte, traf er sich
mit dem Spielerrat, um die Stimmung im Team
auszuloten. Manche Sorge, manche Kritik kam
ihm dabei zu Ohren. „Mein Eindruck ist aber,
dass diese Truppe richtig gut zusammenhält.
Sonst könnte sie auch nicht diese Leistung
abrufen.“
Und weil er die Leistung der Herner in den
letzten Wochen und Monaten sehr hoch
einschätzt, sieht der 52-Jährige auch
keinerlei Veranlassung, Grundlegendes zu
ändern. „Wenn alle fit sind, wird die
gleiche Mannschaft wie gegen Köln spielen“,
kündigt Täuber vor der Partie beim SV
Schermbeck (So., 15 Uhr) an. Nils Eisen,
Norman Seidel, Ercan Kacar und Marko Onucka
schleppten zwar leichteren Blessuren mit
sich herum. „Doch alle haben signalisiert,
dass es am Sonntag wohl gehen wird.“
Nach und nach will sich Täuber auch von den
Spielern ein Bild machen, die bislang hinten
dran sind und die auch er nicht wirklich
kennt. „Jetzt kommen einige englische
Wochen, da bietet es sich ja auch an, etwas
zu rotieren. Ich möchte auch schnell sehen,
wieviel Potenzial in jedem Spieler steckt,
weil wir ja auch in die Planung der nächsten
Saison einsteigen müssen.“
Dennoch ist es kein Schaulaufen, das der SCW
am Sonntag in der Volksbank-Arena
absolviert. „Grundsätzlich will ich jedes
Spiel gewinnen“, betont Täuber. Und gegen
Schermbeck habe ich mit drei Siegen und 7:0
Toren in der NRW-Liga noch eine makellose
Bilanz.“ Dass ein Herner Sieg seinem Ex-Klub
VfB Hüls im Abstiegskampf gut tun würde,
spielt für den „Boxer“ nur eine
untergeordnete Rolle. „Mir wäre lieber, wenn
aus unserer Region gar kein Verein absteigen
würde.“
Die Schermbecker sind übrigens richtig gut
drauf. Vor der Winterpause schon fast
abgeschrieben, haben sie in diesem Jahr 16
Punkte aus den ersten sechs Spielen
gesammelt und erst am letzten Sonntag beim
Tabellenzweiten in Windeck die erste
Niederlage kassiert. Mit Mykola Makarchuk,
dessen Einsatz fraglich ist, und Yakub Köse
stehen zwei frühere SCW-Spieler im Kader von
Martin Stroetzel. Torgefährlichster
Schermbecker aber ist der kleine Seyit Ersoy,
den die Herner auf keinen Fall aus den Augen
verlieren dürfen.
Wolfgang Volmer
Quelle:
WAZ
Herne