PRESSE

Akpos Geniestreiche
 

22.04.10

Der erste Sieg unter Klaus Täuber ist eingetütet. Dank einer deutlichen Steigerung nach der Pause, zweier Traumtore von Abdou-Nassirou Ouro-Akpo und eines bärenstarken Olli Bautz im Tor entführte der SC Westfalia verdient alle drei Punkte aus dem Duisburger Zebrastall. Jeden einzelnen seiner Kicker klatschte Täuber noch auf dem Rasen ab, einen drückte er besonders kernig an seine breite Brust: Matchwinner Akpo, der auch von den Fans gefeiert wurde und strahlend wie ein Honigkuchenpferd den Ort auch seines persönlichen Triumphes verließ.

Dass der togolesische Nationalstürmer diesmal besonders heiß war, spürte man schon in Hälfte eins. Da wirkte er allerdings noch etwas übermotiviert und holte sich nach seiner zweiten Grätsche die gelbe Karte ab. Damit war er nicht ruhig gestellt, wohl aber in die Spur gebracht. Fortan setzte Akpo seine unglaubliche Kraft und Explosivität viel geschickter ein. Zum Beispiel in Minute 50, als er nach Tim Kilians Pass in die Tiefe seinen Bewacher abschüttelte wie eine lästige Fliege und MSV-Keeper Herzog mit einem ganz feinen Schlenzer keine Abwehrchance ließ.


Das 1:1 durch Ouro-Akpo in der 50. Spielminute                                                                                    Foto: InfoSchlumpf

Wenig später ließ Akpo eine Aktion folgen, die sein Trainer mit „Weltklasse“ kommentierte. Bei einer Hereingabe von der rechten Seite ließ er gleich zwei Zebras von seinem muskulösen Körper abprallen, war mit einem Blitzantritt frei vor Herzog und blieb erneut eiskalt.

Damit war der Rückstand aus der ersten Halbzeit umgedreht. Beschweren konnten sich die Gäste über das Pausenresultat nicht. Zwar hatten auch sie durch Marko Onucka (19.) eine Großchance und beklagten einen nicht gegebenen Handelfmeter, doch die größeren Spielanteile und besseren Chancen besaßen bis dahin die Duisburger. Meist bekamen die Herner ein Bein dazwischen, oder Bautz war auf der Hut. Nur einmal war schier gar nichts zu machen. Als Ivica Grlic, der Kopf der Duisburger Bundesligamannschaft, aus 22 Metern Maß nahm und exakt ins Eck traf. „Das war ein Strich“, staunte Hernes gesperrter Stammtorhüter Christopher Ditterle.

In der Kabine muss Klaus Täuber wohl den richtigen Ton getroffen haben. Danach nämlich ging seine Elf deutlich galliger in die Zweikämpfe, entwickelte mehr Druck. Und brachte nach Akpos Toren das 2:1 ins Ziel, weil Olli Bautz mehrfach glänzend parierte. Seine größte Tat vollbrachte er in letzter Sekunde, als er einen Kopfball aus kurzer Distanz mit einem Panthersprung aus dem Winkel fischte.


Olli Bautz rettet den Sieg mit einer Glanzparade kurz vor dem Schlusspfiff                                            Foto: InfoSchlumpf

„In Duisburg nach einem 0:1 zurückzukommen, das ist stark“, lobte Täuber sein ganzes Team. 


Ausgelassener Jubel nach einer sehr guten zweiten Halbzeit                                                                                 Foto: Cib
 

MSV Duisburg II - SC Westfalia Herne 1:2 (1:0)

MSV II: Herzog - Basol (64. Pozder), Zugcic, Theißen, Odak - Grlic - Martinovic (83. Helwig), Abelski, Ferati - Laumann (83. Kabore), Tsourakis.

SCW: Bautz - Eisen, Mikic (89. Pfeifer), Köksal, Kilian - Diaz (77. Jubt), Urban, Kluy, Gebauer - Onucka (77. Khimiri), Ouro-Akpo.

SR: Frederick Assmuth (Köln).

Tore: 1:0 Grlic (29.), 1:1 Ouro-Akpo (50.), 1:2 Ouro-Akpo (57.).

Zuschauer: 120.


Wolfgang Volmer


Quelle: WAZ Herne

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