Der erste Sieg unter Klaus Täuber ist
eingetütet. Dank einer deutlichen Steigerung
nach der Pause, zweier Traumtore von
Abdou-Nassirou Ouro-Akpo und eines
bärenstarken Olli Bautz im Tor entführte der
SC Westfalia verdient alle drei Punkte aus
dem Duisburger Zebrastall. Jeden einzelnen
seiner Kicker klatschte Täuber noch auf dem
Rasen ab, einen drückte er besonders kernig
an seine breite Brust: Matchwinner Akpo, der
auch von den Fans gefeiert wurde und
strahlend wie ein Honigkuchenpferd den Ort
auch seines persönlichen Triumphes verließ.
Dass der togolesische Nationalstürmer
diesmal besonders heiß war, spürte man schon
in Hälfte eins. Da wirkte er allerdings noch
etwas übermotiviert und holte sich nach
seiner zweiten Grätsche die gelbe Karte ab.
Damit war er nicht ruhig gestellt, wohl aber
in die Spur gebracht. Fortan setzte Akpo
seine unglaubliche Kraft und Explosivität
viel geschickter ein. Zum Beispiel in Minute
50, als er nach Tim Kilians Pass in die
Tiefe seinen Bewacher abschüttelte wie eine
lästige Fliege und MSV-Keeper Herzog mit
einem ganz feinen Schlenzer keine
Abwehrchance ließ.

Das 1:1 durch Ouro-Akpo in der 50.
Spielminute
Foto: InfoSchlumpf
Wenig später ließ Akpo eine Aktion folgen,
die sein Trainer mit „Weltklasse“
kommentierte. Bei einer Hereingabe von der
rechten Seite ließ er gleich zwei Zebras von
seinem muskulösen Körper abprallen, war mit
einem Blitzantritt frei vor Herzog und blieb
erneut eiskalt.
Damit war der Rückstand aus der ersten
Halbzeit umgedreht. Beschweren konnten sich
die Gäste über das Pausenresultat nicht.
Zwar hatten auch sie durch Marko Onucka
(19.) eine Großchance und beklagten einen
nicht gegebenen Handelfmeter, doch die
größeren Spielanteile und besseren Chancen
besaßen bis dahin die Duisburger. Meist
bekamen die Herner ein Bein dazwischen, oder
Bautz war auf der Hut. Nur einmal war schier
gar nichts zu machen. Als Ivica Grlic, der
Kopf der Duisburger Bundesligamannschaft,
aus 22 Metern Maß nahm und exakt ins Eck
traf. „Das war ein Strich“, staunte Hernes
gesperrter Stammtorhüter Christopher
Ditterle.
In der Kabine muss Klaus Täuber wohl den
richtigen Ton getroffen haben. Danach
nämlich ging seine Elf deutlich galliger in
die Zweikämpfe, entwickelte mehr Druck. Und
brachte nach Akpos Toren das 2:1 ins Ziel,
weil Olli Bautz mehrfach glänzend parierte.
Seine größte Tat vollbrachte er in letzter
Sekunde, als er einen Kopfball aus kurzer
Distanz mit einem Panthersprung aus dem
Winkel fischte.

Olli Bautz rettet den Sieg mit einer
Glanzparade kurz vor dem Schlusspfiff
Foto: InfoSchlumpf
„In Duisburg nach einem 0:1 zurückzukommen, das ist stark“, lobte Täuber sein ganzes Team.

Ausgelassener Jubel nach einer sehr guten
zweiten Halbzeit
Foto: Cib
MSV Duisburg II - SC Westfalia Herne 1:2 (1:0)
MSV II: Herzog - Basol (64. Pozder), Zugcic,
Theißen, Odak - Grlic - Martinovic (83.
Helwig), Abelski, Ferati - Laumann (83.
Kabore), Tsourakis.
SCW: Bautz - Eisen, Mikic (89. Pfeifer),
Köksal, Kilian - Diaz (77. Jubt), Urban,
Kluy, Gebauer - Onucka (77. Khimiri),
Ouro-Akpo.
SR: Frederick Assmuth (Köln).
Tore: 1:0 Grlic (29.), 1:1 Ouro-Akpo (50.),
1:2 Ouro-Akpo (57.).
Zuschauer: 120.
Wolfgang Volmer
Quelle:
WAZ
Herne