„Das war gar nichts heute“, schüttelte SCW-Kapitän Tim Gebauer den Kopf. „Es war wie gegen SW Essen. Wenn wir versagen, dann aber richtig.“ Treffender hätte man es nicht formulieren können. Mit ihrer schlechtesten Saisonleistung lieferten die Herner artig drei Punkte bei einer keineswegs überragenden, aber zumindest willigen, ja zu allem entschlossenen Speldorfer Mannschaft ab.
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Dass sie Bockmist gebaut, dass sie
eine beinahe peinliche Partie
gezeigt hatten, darüber waren sich
alle Herner einig. Woran es lag,
darüber durfte gerätselt werden.
Weder die sommerlichen 25 Grad, noch
der furztrockene Rasen können als
Entschuldigung herhalten. Eher schon
die mehr als unglückliche
Dramaturgie dieses Spiels, in dem
sich die Gäste stets zur Unzeit böse
Nackenschläge einfingen, bis die
Moral gebrochen war. Aber vielleicht
muss man einer Mannschaft, die auf
ihre halbe Abwehr verzichten muss,
am Ende mehrerer englischer Wochen
einen solchen Ausrutscher einfach
mal zugestehen. |
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Nichts lief zusammen im Herner Spiel
gegen spielfreudige Gastgeber. |
Das blieb aber zunächst die einzige wirklich sehenswerte Herner Aktion. Fünf Minuten vor der Pause zeigte Gunkel zwar rneut eine Klasseparade, als er Andreas Kluys Pfund aus 14 Metern reaktionsschnell zur Ecke boxte. Doch da lagen die Gäste bereits mit 0:2 hinten. Beim ersten Tor träumte die Herner Abwehr, so dass Tokmak eine zurückgespielte Ecke ungestört annehmen konnte. In seinen Flachschuss hielt Corvers den Fuß, und Ditterle hatte das Nachsehen. Das 2:0 erzielte der starke VfB-Kapitän Hinz vom Punkt, nachdem der quirlige Tokmak geschickt über Nils Eisens Bein gestolpert war.

Auch dieser Freistoss von Ouro-Akpo fand
nicht sein Ziel und blieb in der Mauer
hängen.
Fotos: InfoSchlumpf
Natürlich schwor Trainer Täuber sein Team in
der Kabine auf eine Aufholjagd ein. Doch es
dauerte keine Minute, da konnten die Herner
alle guten Vorsätze in die Tonne kloppen.
Hinz spielte den tödlichen Pass, Tokmak
vollstreckte. Fortan ließen die Gäste die
Ohren hängen und hätten sich nicht
beschweren können, wenn es noch öfter als
einmal geklingelt hätte.
VfB Speldorf - SC Westfalia Herne 4:0 (2:0)
VfB Speldorf: Gunkel - Synowiec, Stankiewicz,
Flöth, Corvers - Elidrissi, Scheelen, Hinz
(75. Mutluer), Cakiroglou - Pütters, Tokmak
(83. Zilgens).
SCW: Ditterle - Eisen, Mikic, Kilian, Kluy
(82. Khimiri) - Diaz (46. Jubt), Urban,
Gebauer, Köksal - Onucka, Ouro-Akpo.
SR: Sven Heinrichs (M‘gladbach).
Tore: 1:0 Corvers (27.), 2:0 Hinz (34.,
Foulelfmeter), 3:0 Tokmak (46.), 4:0 Mutluer
(83.).
Zuschauer: 500
Trainerstimmen:
Klaus Täuber (SCW): Die Mannschaft,
die mehr in das Spiel investiert hat, hat
verdient gewonnen. Ich bin schon enttäuscht
von der Einstellung meiner Mannschaft. Sie
wollte ohne großen Aufwand gewinnen.
Laufbereitschaft und Zweikampfverhalten
waren bei Speldorf klar besser.
Peter Kunkel (VfB): Was meine
Mannschaft mit dem letzten Aufgebot
abgeliefert hat, war unglaublich. Sie ist
aggressiv ins Spiel gegangen, war giftig,
hat alle Zweikämpfe gewonnen. Es war ihr
bestes Spiel, seit ich hier Trainer bin.
Wolfgang Volmer
Quelle:
WAZ
Herne
