PRESSE

Peinliche Pleite
 

26.04.10

„Das war gar nichts heute“, schüttelte SCW-Kapitän Tim Gebauer den Kopf. „Es war wie gegen SW Essen. Wenn wir versagen, dann aber richtig.“ Treffender hätte man es nicht formulieren können. Mit ihrer schlechtesten Saisonleistung lieferten die Herner artig drei Punkte bei einer keineswegs überragenden, aber zumindest willigen, ja zu allem entschlossenen Speldorfer Mannschaft ab.

Dass sie Bockmist gebaut, dass sie eine beinahe peinliche Partie gezeigt hatten, darüber waren sich alle Herner einig. Woran es lag, darüber durfte gerätselt werden. Weder die sommerlichen 25 Grad, noch der furztrockene Rasen können als Entschuldigung herhalten. Eher schon die mehr als unglückliche Dramaturgie dieses Spiels, in dem sich die Gäste stets zur Unzeit böse Nackenschläge einfingen, bis die Moral gebrochen war. Aber vielleicht muss man einer Mannschaft, die auf ihre halbe Abwehr verzichten muss, am Ende mehrerer englischer Wochen einen solchen Ausrutscher einfach mal zugestehen.

Mit Stammtorwart Christopher Ditterle für Olli Bautz, ansonsten aber in der Formation des Duisburg-Spiels hatte Klaus Täuber seine Elf auf den Rasen geschickt. Dennoch dauerte es ein Weilchen, bis sich die Gäste auf dem knallharten Boden zurechtfanden. Nachdem ein fulminanter Flatterball der Speldorfer Linksverteidigers Cakiroglu knapp am Winkel vorbeigezischt war (11.), übernahmen die Herner für  kurze  Zeit

Nichts lief zusammen im Herner Spiel gegen spielfreudige Gastgeber.
 
die Spielkontrolle. Nach schöner  Kombination mit  abschließendem Onucka-Pass  hatte  Akpo sogar das 0:1 auf dem Fuß. Doch VfB-Keeper Thorben Gunkel wehrte seinen 12m-Schuss mit tollem Reflex ab.

Das blieb aber zunächst die einzige wirklich sehenswerte Herner Aktion. Fünf Minuten vor der Pause zeigte Gunkel zwar rneut eine Klasseparade, als er Andreas Kluys Pfund aus 14 Metern reaktionsschnell zur Ecke boxte. Doch da lagen die Gäste bereits mit 0:2 hinten. Beim ersten Tor träumte die Herner Abwehr, so dass Tokmak eine zurückgespielte Ecke ungestört annehmen konnte. In seinen Flachschuss hielt Corvers den Fuß, und Ditterle hatte das Nachsehen. Das 2:0 erzielte der starke VfB-Kapitän Hinz vom Punkt, nachdem der quirlige Tokmak geschickt über Nils Eisens Bein gestolpert war.


Auch dieser Freistoss von Ouro-Akpo fand nicht sein Ziel und blieb in der Mauer hängen.                    Fotos: InfoSchlumpf

Natürlich schwor Trainer Täuber sein Team in der Kabine auf eine Aufholjagd ein. Doch es dauerte keine Minute, da konnten die Herner alle guten Vorsätze in die Tonne kloppen. Hinz spielte den tödlichen Pass, Tokmak vollstreckte. Fortan ließen die Gäste die Ohren hängen und hätten sich nicht beschweren können, wenn es noch öfter als einmal geklingelt hätte.


VfB Speldorf - SC Westfalia Herne 4:0 (2:0)

VfB Speldorf: Gunkel - Synowiec, Stankiewicz, Flöth, Corvers - Elidrissi, Scheelen, Hinz (75. Mutluer), Cakiroglou - Pütters, Tokmak (83. Zilgens).

SCW: Ditterle - Eisen, Mikic, Kilian, Kluy (82. Khimiri) - Diaz (46. Jubt), Urban, Gebauer, Köksal - Onucka, Ouro-Akpo.

SR: Sven Heinrichs (M‘gladbach).

Tore: 1:0 Corvers (27.), 2:0 Hinz (34., Foulelfmeter), 3:0 Tokmak (46.), 4:0 Mutluer (83.).

Zuschauer: 500
 

Trainerstimmen:

Klaus Täuber (SCW): Die Mannschaft, die mehr in das Spiel investiert hat, hat verdient gewonnen. Ich bin schon enttäuscht von der Einstellung meiner Mannschaft. Sie wollte ohne großen Aufwand gewinnen. Laufbereitschaft und Zweikampfverhalten waren bei Speldorf klar besser.

Peter Kunkel (VfB): Was meine Mannschaft mit dem letzten Aufgebot abgeliefert hat, war unglaublich. Sie ist aggressiv ins Spiel gegangen, war giftig, hat alle Zweikämpfe gewonnen. Es war ihr bestes Spiel, seit ich hier Trainer bin.


Wolfgang Volmer


Quelle: WAZ Herne

Fotoalbum von InfoSchlumpf
 

 

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