SCW: Ditterle – Mikic (81. Jubt), Seidel,
Eisen, Kilian – Khimiri, Gebauer – Diaz (87.
Gürpinar), Urban – Ouro-Akpo, Onucka
Marek Lesniak (SGW): Wir sind sehr
gut angefangen, haben aber nach 20 Minuten
aufgehört, Fußball zu spielen. Herne hatte
dann Vorteile im Mittelfeld, war bis zur
Halbzeit besser. Wir sind aus der Pause
gekommen und hatten viel vor. Drei Chancen
hatten wir, die drin sein mussten. Wenn man
drei Hundertprozentige nicht macht, muss man
auf einen Punkt spielen. Aber meine
Mannschaft ist nach vorne gerannt und wurde
bestraft.
Anfangs sah es allerdings noch etwas anders
aus. 20, 25 Minuten lang nahmen die Herner
kaum am Spiel teil, standen sehr tief, waren
zu weit weg von ihren Gegenspielern, ließen
den Abstiegskandidaten gewähren. Und der
nutzte seine Freiheiten. Konnte Tim Kilian
den durchbrechenden Ropkas gerade noch
bremsen (10.), lag die Kugel zwei Minuten
später doch im Herner Netz. 20 Meter vor dem
Tor durfte der kleine 09-Regisseur Farat
Toku ungestört Maß nehmen, und über
Christopher Ditterle hinweg senkte sich der
Schlenzer in den Winkel. Ein schöner und
auch zu diesem Zeitpunkt schon verdienter
Treffer.
Noch bevor sich auf den Rängen das große
Murren erhob, meldeten sich die Herner dann
aber doch im Spiel an. Und zwar mit einem
Paukenschlag. Faysel Khimiri, bis dahin nur
durch Stockfehler aufgefallen, legte Kilians
Flanke per Kopf für Akpo auf, und dessen
Volleyschuss aus zwölf Metern schlug
unhaltbar unter der Latte ein. Nur drei
Minuten brauchten die Herner, um diesen
feinen Spielzug noch zu toppen. Nach
mehreren Kurzpässen auf der linken Seite
verlagerte Mirko Urban plötzlich das Spiel
mit einem weiten Diagonalball auf Daniel
Diaz, und dessen Querpass vollstreckte Tim
Gebauer zur Herner 2:1-Führung.
Von da an war es ein rassiges, farbiges
Spiel mit Torszenen auf beiden Seiten. Schon
vor der Pause hätte der SCW durch Marko
Onucka (37.) oder Diaz (43.) nachlegen
können, allerdings musste Ditterle auch
einen Erdmann-Schuss über die Latte lenken.
Machtlos war der SCW-Keeper allerdings kurz
nach Wiederbeginn, als Schreiers 22m-Strahl
im Winkel einschlug. Ermöglicht wurde dieser
herrliche Treffer durch eine
Fehlentscheidung des Assistenten, der auf
Einwurf für Herne statt für Wattenscheid
hätte erkennen müssen.
Die Herner Bank monierte das zwar sofort,
ernsthaft böse sein wollte aber später
niemand. Warum auch. Schließlich war es
Hernes spielfreudiger Angreifer Onucka, der
in der Schlussphase als einziger eine der
zahlreichen Großchancen nutzen konnte. Von
Akpo perfekt bedient, stocherte er die Kugel
mit einem langen Bein ins Netz. Wattenscheid
warf danach alles nach vorne, und öffnete
die Räume ganz weit für Herner Konter, ein
weiteres Tor aber wollte nicht mehr fallen.
Die Torschützen v.l.n.r.: Marko Onucka, Tim
Gebauer, Abdou-Nassirou Ouro-Akpo
Foto: InfoSchlumpf
Wattenscheid 09: Kunz – Asta, Adade, Baum,
Marco Manske – Toku, Mike Manske (81.
Pachutzki) – Erdmann, Barra (54. Schütze) –
Wienecke, Ropkas (35. Schreier)
Schiedsrichter: Marco Goldmann (Bremen)
Tore: 0:1 Erdmann (12.), 1:1 Ouro-Akpo
(28.), 2:1 Gebauer (30.), 2:2 Schreier
(51.), 3:2 Onucka (84.)
Zuschauer: 560
Trainerstimmen:
Klaus Täuber (SCW): Ich hatte von der
Mannschaft gefordert, ein anderes Gesicht zu
zeigen als in Speldorf. Vom Einsatz und
Willen her war das die richtige Reaktion. In
den ersten 20 Minuten waren wir nicht
aggressiv genug. Danach hat die Mannschaft
sehr gut Fußball gespielt und schöne Tore
rauskombiniert. Wenn ich ihr etwas vorwerfen
kann, dann, dass sie ihre klaren
Konterchancen nicht genutzt hat.
Wolfgang Volmer
Quelle:
WAZ
Herne