PRESSE

Am Ende wird’s happig
 

10.05.10

Ergebnisse lügen nicht, aber sie können täuschen. „5:1 hört sich so an, als hätte sich meine Mannschaft abschlachten lassen. Aber so war es ganz und gar nicht“, war sich Hernes Trainer Klaus Täuber mit seinem Kollegen Thomas Stratos einig. „Vielmehr war es über 75 Minuten ein völlig ausgeglichenes Spiel, das durch Kleinigkeiten entschieden wurde.“

Lange konnten sich die Gäste sogar auf der Siegerstraße wähnen. Gleich in der fünften Minute hatten sie den Spitzenreiter schocken können, als Norman Seidel mit einem feinen Pass in die Schnittstelle der Wiedenbrücker Viererkette Marko Onucka auf die Reise schickte, der frei vor Jonathan Mellwig die Nerven behielt und zum 0:1 vollstreckte.

Die Hausherren ließen sich aber nicht nervös machen. Gekonnt zogen sie ihr Kombinationsspiel auf und stießen vor allem über ihre linke Angriffsseite oft bis zur Torauslinie vor, um dann mit Flanken auf den kopfballstarken Dominik Jansen ihre Chance zu suchen. Zunächst jedoch ohne Erfolg. Meist räumten Nils Eisen und Co. im eigenen Sechzehner ab, und wenn mal etwas aufs Herner Tor kam, war Christopher Ditterle zur Stelle. Viel fehlte nicht, und die Täuber-Elf hätte ihre Führung sogar noch ausgebaut. Doch ein abgefälschter Schuss von Daniel Diaz senkte sich auf statt ins Tor, und bei Kontern fehlte Abdou Ouro-Akpo und Onucka mehrfach die Cleverness, um eine Überzahlsituation konsequent auszuspielen. Als sich viele Zuschauer bereits für das Pausenbier anstellten, passierte es dann doch: Goran Mikic und Ditterle grätschten zum Ball, ein Wiedenbrücker kam zu Fall, und Schiedsrichter Schäffner erkannte auf Strafstoß. Eine Chance, die sich Jansen nicht entgehen ließ. Zehn Minuten nach Wiederbeginn durfte der beste Torjäger der Liga dann erneut zur Exekution schreiten. Tim Kilian war im Luftkampf gestoßen worden und bekam den Ball an die Hand. Schäffner kannte keine Gnade, und Jansen erst recht nicht.

Die Herner aber wollten sich mit dem 1:2 nicht abfinden. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Akpo hatte nach einer Urban-Flanke aus kürzester Distanz das 2:2 auf dem Kopf, im direkten Gegenzug fiel das 3:1. Damit war das Spiel entschieden. „Statt den Ball dann zu kontrollieren, sind wir ungestüm angerannt. Bis dahin hat sich die Mannschaft sehr gut präsentiert“, ärgerte sich Täuber nur über die Schlussphase, in der aus einer ehrenvollen Niederlage eine Klatsche wurde. Zahlenmäßig.
 

SC Wiedenbrück 2000 - SC Westfalia Herne 5:1 (1:1)

SC Wiedenbrück: Mellwig - Degelmann, John, Kollmeier, Strickmann (79. Arslan) - Rogowski, Remmert, Zodrow, Oesterhellweg (64. Hop) - Jansen, Krause (45. Polder).

Westfalia Herne: Ditterle - Eisen, Mikic (46. Köksal), Khimiri, Seidel (64. Jubt) - Diaz, Urban, Gebauer, Kilian - Ouro-Akpo, Onucka.

SR: Daniel Schächner (Duisburg)

Tore: 0:1 Onucka (15.), 1:1 Jansen (44., Foulelfmeter), 2:1 Jansen (55. Handelfmeter), 3:1 Hop (76.), 4:1 Jansen (78.), 5:1 Polder (83.).

Zuschauer: 518


Wolfgang Volmer


Quelle: WAZ Herne
 

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