PRESSE

Das Ende ist nah
 

17.05.10

Picken wir doch einmal das Positive aus Westfalia-Sicht raus. Erstens: Der chronisch klamme Club muss wieder einmal keine Siegprämie rausrücken, erspart sich mithin eine glatte Fehlinvestition. Zweitens, und das völlig ironiefrei: Die Mannschaft muss sich nicht den Vorwurf gefallen lassen, den Abstiegskampf durch übergroße Passivität verzerrt zu haben. Immerhin überließ sie ihren Gästen nicht die dringend benötigten drei Punkte. Und drittens: Die Saison ist in zwei Wochen vorbei. Endlich.

Lange, viel zu lange schon dauert dieses nervende Phase an, in der es für den SCW faktisch um nichts anderes mehr geht, als sein Gesicht zu wahren. Und das ist schon ein verdammt hoher Anspruch an ein Team, das sich Ende Mai in alle Winde zerstreut. Meint auch Klaus Täuber, der sich dieser Tage weniger als Fußballtrainer fühlt denn als Motivator. „Aber zehn, fünfzehn Prozent fehlen dann eben doch bei dem einen oder anderen“, sehnt auch der „Boxer“ das Ende der Spielzeit herbei.

Viel mehr kann Täuber derzeit nicht tun, als auf seine Spieler einzureden, an ihre Ehre zu appellieren und ihren Sportsgeist zu beschwören. Mangels personeller Alternativen stellt sich die Mannschaft fast von allein auf. Auch gegen Hamm standen wieder acht Spieler in der Anfangsformation, die dem Verein mit großer Wahrscheinlichkeit den Rücken kehren. Und dafür war die Leistung nicht so übel.


Vor spärlicher Kulisse wechselten beim SCW Licht und Schatten                                                           Foto: InfoSchlumpf

Natürlich gab es auch Stockfehler, Pässe ins Nirwana oder Nachlässigkeiten im Zweikampfverhalten. Alles in allem aber rollte der Ball recht gut durch die Herner Reihen. Ihre spielerischen Nachteile machten die Gäste durch mehr Gift und Galle jedoch wett. So entwickelte sich eine zumindest unterhaltsame Partie mit einer Fülle prickelnder Torszenen.

Die erste Großchance der Gäste bereitete Mirko Urban mit einem unüberlegten Rückpass vor. Lanzendörfer roch den Braten, scheiterte aber an Christopher Ditterle, der reaktionsschnell die Fäuste hochriss und den Schuss abwehrte. Drei Minuten später klingelte es auf der Gegenseite. Von Urban klug in die Gasse geschickt, umkurvte Ouro-Akpo HSV-Keeper Niebuhr und traf aus spitzem Winkel ins leere Tor (15.). Der fleißige Faysel Khimiri, der eine Diaz-Flanke aus des Luft nicht richtig traf (18.), vor allem aber der von Tim Gebauer bediente Marko Onucka (24.) verpassten es, gleich das 2:0 nachzulegen – davon hätte sich der Abstiegskandidat wohl kaum erholt.

Stattdessen hieß es bald 1:1, als Krug eine Freistoßflanke per Kopf in den Winkel lenkte (30.) Fünf Minuten später drohte weiteres Ungemach: Stojkoski war geschickt über Goran Mikics Bein gefallen, den fragwürdigen Elfmeter von Marc Dyballa aber konnte der fehlerfreie Ditterle ebenso entschärfen wie einen Heber von Lanzendörfer (36.). Allerdings hätten Onucka oder Khimiri, dessen Kopfball vor die Latte klatschte, auch dem SCW eine Pausenführung bescheren können.


Ditterle hält einen Elfmeter von Marc Dyballa in der 35. Minute                                                            Foto: InfoSchlumpf

In der zweiten Hälfte verflachte die Partie, das Tempo war nicht mehr sehr hoch. dennoch hatten beide Teams noch Möglichkeiten, das Spiel für sich zu entscheiden. Hernes beste Chancen vereitelten Krug, der Andy Kluys Schuss von der Linie schlug (64.), und der vortreffliche Niebuhr, der Urbans 14m-Schuss vor den Pfosten lenkte (81.) und eine fulminante Direktabnahme des kleinen SCW-Regisseurs mit sagenhaftem Reflex über die Latte lenkte (90.). Da war es nur Recht, dass Fiore mit dem Schlusspfiff eine „todsichere“ Hammer Chance aus zwei Metern verstümperte.

Wolfgang Volmer


SC Westfalia Herne - Hammer SpVg 1:1 (1:1)


Quelle: WAZ Herne

Fotoalbum von InfoSchlumpf
 

 

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