PRESSE

Die Pflicht ruft
 

18.05.10

Auch wenn sich die Lust aufs Leder nach fünf, sechs „englischen Wochen“ in Folge in Grenzen hält, auch wenn man sich auf dem Aschenplatz kurz vor dem Urlaub nicht unbedingt noch Schürfwunden einhandeln will – was dem SC Westfalia am heutigen Dienstag bevorsteht, ist mit dem Begriff „Pflichtaufgabe“ treffend bezeichnet. Für die Täuber-Elf geht es schlicht darum, durch einen Sieg beim A-Ligisten Sportfreunde Wanne (18.30 Uhr, Wilhelmstraße) ins Kreispokalfinale einzuziehen und zugleich den Landespokal zu erreichen. Sollte das misslingen, wäre es eine Blamage hoch drei.

Wird es aber nicht. Das prophezeit sogar Wannes Trainer Kalla Timmler. „Für uns ist wichtig, dass der Verein eine gute Einnahme hat“, legt er diesmal nicht die gewohnte Messlatte für Erfolg oder Misserfolg an. Sportlich nämlich sieht er dem späten Saisonhöhepunkt mehr als skeptisch entgegen. „Wir pfeifen personell aus dem letzten Loch, haben gerade mal elf, zwölf Leute. Wer gesund ist, spielt“, muss Timmler nicht lange über er Aufstellung brüten. Trotzdem hoffe er, dass das Ergebnis im Rahmen bleibt. „Und damit meine ich einstellig.“

Gegen einen 8:0-Erfolg würde sich wohl auch sein Gegenüber nicht wehren. Ohnehin hat Klaus Täuber andere Sorgen, als über die Höhe eines Pflichtsieges nachzudenken. Gemeinsam mit Hernes Sportchef Timur Camci bastelt er am Kader für die nächste NRW-Liga-Saison. Derzeit schwirren etliche Namen rund ums Schloss Strünkede. Manche wurden kontaktiert, andere bringen sich selbst ins Gespräch. „So ist das in dem Geschäft“, mag Camci nicht über ungelegte Eier reden.

Wohl aber über gelegte. „Mit Frederik Donkor sind wir klar“, bestätigt Camci die Verpflichtung des Stürmers, der schon im Winter vom FC 96 Recklinghausen nach Herne wechseln sollte. Damals scheiterte das an Formalitäten. Täuber sieht den bei Borussia Mönchengladbach ausgebildeten Donkor eher als „Zusatzlösung“, kennt aber auch seine Qualitäten. „In der Oberliga Nordrhein war Donkor mal für Aachen ein gefürchteter Torjäger“, weiß Täuber aus seiner Zeit beim ETB SW Essen. „Nur war seine Entwicklung nicht so geradlinig. Aber vielleicht packt er es ja wieder.“

Wolfgang Volmer


Quelle: WAZ Herne
 

 

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