Auch wenn sich die Lust aufs Leder nach
fünf, sechs „englischen Wochen“ in Folge in
Grenzen hält, auch wenn man sich auf dem
Aschenplatz kurz vor dem Urlaub nicht
unbedingt noch Schürfwunden einhandeln will
– was dem SC Westfalia am heutigen Dienstag
bevorsteht, ist mit dem Begriff
„Pflichtaufgabe“ treffend bezeichnet. Für
die Täuber-Elf geht es schlicht darum, durch
einen Sieg beim A-Ligisten Sportfreunde
Wanne (18.30 Uhr, Wilhelmstraße) ins
Kreispokalfinale einzuziehen und zugleich
den Landespokal zu erreichen. Sollte das
misslingen, wäre es eine Blamage hoch drei.
Wird es aber nicht. Das prophezeit sogar
Wannes Trainer Kalla Timmler. „Für uns ist
wichtig, dass der Verein eine gute Einnahme
hat“, legt er diesmal nicht die gewohnte
Messlatte für Erfolg oder Misserfolg an.
Sportlich nämlich sieht er dem späten
Saisonhöhepunkt mehr als skeptisch entgegen.
„Wir pfeifen personell aus dem letzten Loch,
haben gerade mal elf, zwölf Leute. Wer
gesund ist, spielt“, muss Timmler nicht
lange über er Aufstellung brüten. Trotzdem
hoffe er, dass das Ergebnis im Rahmen
bleibt. „Und damit meine ich einstellig.“
Gegen einen 8:0-Erfolg würde sich wohl auch
sein Gegenüber nicht wehren. Ohnehin hat
Klaus Täuber andere Sorgen, als über die
Höhe eines Pflichtsieges nachzudenken.
Gemeinsam mit Hernes Sportchef Timur Camci
bastelt er am Kader für die nächste
NRW-Liga-Saison. Derzeit schwirren etliche
Namen rund ums Schloss Strünkede. Manche
wurden kontaktiert, andere bringen sich
selbst ins Gespräch. „So ist das in dem
Geschäft“, mag Camci nicht über ungelegte
Eier reden.
Wohl aber über gelegte. „Mit Frederik Donkor
sind wir klar“, bestätigt Camci die
Verpflichtung des Stürmers, der schon im
Winter vom FC 96 Recklinghausen nach Herne
wechseln sollte. Damals scheiterte das an
Formalitäten. Täuber sieht den bei Borussia
Mönchengladbach ausgebildeten Donkor eher
als „Zusatzlösung“, kennt aber auch seine
Qualitäten. „In der Oberliga Nordrhein war
Donkor mal für Aachen ein gefürchteter
Torjäger“, weiß Täuber aus seiner Zeit beim
ETB SW Essen. „Nur war seine Entwicklung
nicht so geradlinig. Aber vielleicht packt
er es ja wieder.“
Wolfgang Volmer
Quelle:
WAZ
Herne