Pflicht erfüllt, mehr nicht. Zwar war der
Sieg des haushohen Favoriten an der
Wilhelmstraße nie ernsthaft in Gefahr, doch
als eigentliche Gewinner verließen die
tapferen Sportfreunde den Platz. Sie hatten
nicht nur die von ihrem Trainer Kalla
Timmler befürchtete Packung verhindert, sie
hatten sich mit absolut fairen Mitteln
richtig gut verkauft und nach einem
herrlichen Fallrückziehertor von Mette Aydin
zum 1:2 (84.) sogar für eine nicht
unspannende Schlussphase gesorgt. Hätte
Tobias Wilms nach schönem Dribbling seinen
Pass in den freien Raum mit etwas weniger
Druck gespielt, Aydin oder Damian Raczek
hätten frei vor Thimo Mallon sogar das 2:2
auf dem Fuß gehabt (88.).
So konnte der junge Westfalia-Keeper den
Ball aufnehmen und sich anschließend über
ein Lob seines Trainers freuen. „Mallons
Präsenz hat mir gut gefallen. Das war heute
für mich wichtig. Natürlich auch, dass wir
weiter gekommen sind. Mit welchem Ergebnis,
interessiert mich nicht so sehr“, hakte
Klaus Täuber die Pokalpflicht ab.

Die Sportfreunde-Abwehr schlug sich ganz
beachtlich. Hier am Ball Ex-Westfalia-Kicker
Robert Ayensu-Ayisi (Mitte).
Foto: InfoSchlumpf
Natürlich war der Unterschied von vier
Spielklassen von Beginn an sichtbar.
Westfalia hatte gefühlte 80 Prozent
Ballbesitz und versuchte, die dicht
gestaffelte Sportfreunde-Abwehr mit
spielerischen Mitteln auszuhebeln. Anfangs
gelang das recht gut, als Ercan Kacar
mehrfach schön in den Rücken der Abwehr
flankte. Beim zweiten Versuch glückte Sven
Jubt mit einem gefühlvollen Heber über
Torwart Manuel Erlkamp das 0:1, wenig später
versuchte Ouro-Akpo dasselbe Kunststück,
musste aber mit ansehehen, wie SF-Libero
Patrick Schulten den Ball noch von der Linie
köpfte.
Dass sich Schulten für diese Aktion vom
togolesischen Nationalstürmer abklatschen
ließ, war symptomatisch für die entspannte
Atmosphäre auf dem Platz. Erst in der 33.
Minute musste Serkan Besli das erste kleine
Foul pfeifen -- die Sportfreunde versuchten
gar nicht erst, sich unfair zur Wehr zu
setzen.
Wohl aber mit einer Abseitsfalle, die später
immer öfter zuschnappte. Zwar hatten die
Herner auch nach Akpos 0:2 noch etliche
Chancen, doch weil sie den Ball ins Tor
tragen wollten, blieb es bei der eher
knappen Führung. So wurden die Wanner immer
kecker. Waren sie zuvor nur mit den
„Einwurfflanken“ von Stefan Rasch oder nach
weiten Freistößen von Schulten in den
Strafraum des NRW-Ligisten gekommen, zeigten
sie in der letzten halben Stunde auch einige
feine Spielzüge, oft eingefädelt von Damian
Raczek oder Tobias Wilms. Raczek war es
auch, der Mallon die erste echte Aufgabe
stellte, die der junge Schlussmann per
Fußabwehr löste (63.). Aydins Fallrückzieher
aber konnte auch Mallon nur bestaunen.
Sportfreunde Wanne - SC Westfalia Herne 1:2
(0:2)
Wolfgang Volmer
Quelle:
WAZ
Herne