Es ist nicht mehr als eine lästige
Pflichtaufgabe, die den SC Westfalia Herne
am Sonntag ins Rheinland lockt. Beim SV
Bergisch Gladbach steht ab 15 Uhr das letzte
Saisonspiel in der NRW-Liga auf dem Plan.
Beide Mannschaften sind im
Tabellenmittelfeld angesiedelt, für beide
geht es nicht einmal um eine goldene Ananas.
Und so werden sich Spieler wie
Verantwortliche beinahe mehr für die
Ergebnisse von den anderen Plätzen
interessieren, als für das Resultat in der
Belkaw-Arena.
Noch sind in der Liga zwei Fragen offen. Die
eine könnte bereits am Samstag beantwortet
werden. Falls sich der FSV Mainz 05 II in
der Regionalliga auf einem rettenden Platz
behauptet, stehen die vier Absteiger aus der
NRW-Liga bereits vor dem Anpfiff fest.
Sofern es die Mainzer doch noch erwischt,
werden Wattenscheid, Hamm oder Hüls in der
Liga bleiben.
Die Frage des zweiten Aufsteigers erfuhr am
Donnerstag eine interessante Zuspitzung.
Weil nämlich der Rat der Stadt Bielefeld dem
DSC Arminia einen Fünf-Millionen-Kredit
verweigerte, droht dem Profiverein die
Insolvenz. Gemunkelt wird, dass die Arminen
in diesem Falle mit ihrer ersten Mannschaft
in die NRW-Liga eingereiht werden. Statt
eine Etage höher, müsste die Reserve dann
wohl eine Liga tiefer antreten. Und für
Germania Windeck wäre wohl ein Plätzchen in
der Regionalliga frei.
Weil auch über die Wertung des Spiels
Fortuna Köln - VfB Hüls noch nicht
letztinstanzlich entschieden ist, wird die
Saison in jedem Fall ein Nachspiel haben.
Und das beeinflusst auch die Planungen des
SC Westfalia. Denn einige der möglichen
Neuzugänge, mit denen die Herner verhandelt
haben, kämpfen mit ihren derzeitigen
Vereinen noch um den Klassenerhalt. Um da
keine Störfeuer zu entfachen, hält der SCW
die Namen zurück, zumal noch keine weiteren
Verträge unterzeichnet wurden. Fünf, sechs
Plätze im künftigen Herner Kader sind damit
noch offen.
Zu den Namen, die derzeit gehandelt werden,
gehören die von Michael Erzen und Rene
Lewejohann. Täuber bestätigte Kontakte zu
beiden Ex-Hernern. „In Sachen Erzen könnte
am Samstag eine Entscheidung fallen,
Lewejohann ist offen“, so der Trainer.
Der muss sich über das morgige Spiel keine
großen Gedanken machen. Weil Ercan Kacar,
Andreas Kluy, Marko Onucka, Norman Seidel
und Daniel Diaz verletzt ausfallen, stellt
sich die Mannschaft fast von alleine auf.
Natürlich müssen auch einige auflaufen, die
mit der Westfalia gedanklich schon
abgeschlossen haben. „Trotzdem hoffe ich auf
einen vernünftigen Abschluss und einen
Sieg“, sagt Täuber. Den verlangt allerdings
auch sein Kollege Lars Leese von den
Gladbachern, die ihre Fans nach vier
Niederlagen in Folge wieder positiv stimmen
wollen.
Wolfgang Volmer
Quelle:
WAZ
Herne