PRESSE

Schock in letzter Sekunde
 

31.05.10

Auch am letzten Spieltag war der SC Westfalia nicht gerade vom Glück verfolgt. Durch ein Gegentor in letzter Minute verloren die Herner ein Spiel, das sie nach Ansicht ihres Trainer Klaus Täuber mit 5:3 oder 6:3 hätten gewinnen müssen, und beendeten die Saison auf dem siebten Platz.

Mit der Leistung der ersten Spielhälfte war Täuber ganz und gar nicht einverstanden. „Die Mannschaft hatte wohl das Gefühl, sie sei hier auf einer Kaffeefahrt“, ärgerte sich der Trainer über den Larifari-Auftritt seiner Truppe. Viel brachte zwar auch der Gastgeber nicht zustande, doch die Gladbacher waren die aggressivere Mannschaft und investierten mehr. Den Lohn strichen sie in der 37. Minute ein, als sie sich über die linke Seite durchspielten und der sträflich ungedeckte Sükrü Ayranci die Hereingabe verwertete.

In der Pause machte Täuber seinem Ärger Luft. Mit Erfolg. Wie verwandelt kamen die Gäste aus der Kabine, spielten sich gleich in den ersten Minuten durch Sven Jubt und Ouro-Akpo gute Tormöglichkeiten heraus. Die dritte Großchance führte zum Erfolg. Zwar traf Jubt aus fünf Metern zunächst nur den Innenpfosten, aber im Nachsetzen beförderte der junge Stürmer den Ab­praller doch über die Linie.

Schon bald aber riss ein nicht nur für Täuber „lächerlicher Elfmeterpfiff“ die Herner aus ihrer Freude. Christopher Ditterle hatte einen Steilpass vor Ayranci erlaufen und den Ball mit einer Art Pressschlag geklärt. Schiedsrichter Daniel Jakobs aber sah ein Foulspiel und zeigte auf den Punkt. Und Ayranci bedankte sich mit seinem zweiten Treffer.


Ditterle kann den Ball nicht halten. Ayranci verwandelt einen Elfmeter zum 2:1.                                   Foto: InfoSchlumpf

Was folgte, war ein Herner Sturmlauf mit einem halben Dutzend bester Chancen. Torwart Sven Forsbach aber war schier unüberwindlich. Er parierte Kopfbälle von Mikic und zweimal Khimiri, fischte Tahiris Freistoß aus dem Eck, entschärfte einen Kluy.-Schuss aufs kurze Eck und behielt auch gegen die allein auf ihn zulaufenden Ouro-Akpo und Onucka die Oberhand. Machtlos war er nur, als Tim Kilian den Ball aus 14 Metern ins Eck schlenzte (68.).

Mit diesem 2:2 aber wollten sich die Herner nicht zufrieden geben. Sie drängten auf die Entscheidung – und fingen sich in letzter Sekunde einen Konter. Erneut war es Ayranci, der Ditterle aus kurzer Distanz überwand.

Eine unnötige Niederlage, über die sich die Herner nicht lange ärgern werden. Jetzt geht es erstmal in den Urlaub, dann fängt der SCW wieder bei Null an. Mit stark verändertem Kader, der sich in den nächsten Tagen füllen wird. Einen Platz nimmt Sebastian Freyni ein, der aus Oberhausen zurück kommt. „Er ist ja erst 20 Jahre. Wir versuchen mal, noch was aus ihm zu machen“, will Täuber dem talentierten Ballzauberer endlich zum Durchbruch verhelfen.


SV Bergisch Gladbach 09 - SC Westfalia Herne 3:2 (1:0)

Bergisch Gladbach: Forsbach - Jung, Balduan (46. Dreiner), Werner (55. Hirsch), Delvalle-Silva (76. Sezer) - Volkert, Hentschel, Bouali, Quotschalla - Maslar, Ayranci.

SCW: Ditterle - Eisen, Mikic, Khimiri, Kluy - Tahiri - Kilian, Urban (13. Onucka), Gebauer - Ouro-Akpo, Jubt.

SR: Daniel Jakobs (Bonn).

Tore: 1:0 Ayranci (37.), 1:1 Jubt (51.), 2:1 Ayranci (54., Foulelfmeter), 2:2 Kilian (68.), 3:2 Ayranci (90.).

Zuschauer: 367


Wolfgang Volmer

Quelle: WAZ Herne
 

 

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