Auch am letzten Spieltag war der SC
Westfalia nicht gerade vom Glück verfolgt.
Durch ein Gegentor in letzter Minute
verloren die Herner ein Spiel, das sie nach
Ansicht ihres Trainer Klaus Täuber mit 5:3
oder 6:3 hätten gewinnen müssen, und
beendeten die Saison auf dem siebten Platz.
Mit der Leistung der ersten Spielhälfte war
Täuber ganz und gar nicht einverstanden.
„Die Mannschaft hatte wohl das Gefühl, sie
sei hier auf einer Kaffeefahrt“, ärgerte
sich der Trainer über den Larifari-Auftritt
seiner Truppe. Viel brachte zwar auch der
Gastgeber nicht zustande, doch die
Gladbacher waren die aggressivere Mannschaft
und investierten mehr. Den Lohn strichen sie
in der 37. Minute ein, als sie sich über die
linke Seite durchspielten und der sträflich
ungedeckte Sükrü Ayranci die Hereingabe
verwertete.
In der Pause machte Täuber seinem Ärger
Luft. Mit Erfolg. Wie verwandelt kamen die
Gäste aus der Kabine, spielten sich gleich
in den ersten Minuten durch Sven Jubt und
Ouro-Akpo gute Tormöglichkeiten heraus. Die
dritte Großchance führte zum Erfolg. Zwar
traf Jubt aus fünf Metern zunächst nur den
Innenpfosten, aber im Nachsetzen beförderte
der junge Stürmer den Abpraller doch über
die Linie.
Schon bald aber riss ein nicht nur für
Täuber „lächerlicher Elfmeterpfiff“ die
Herner aus ihrer Freude. Christopher
Ditterle hatte einen Steilpass vor Ayranci
erlaufen und den Ball mit einer Art
Pressschlag geklärt. Schiedsrichter Daniel
Jakobs aber sah ein Foulspiel und zeigte auf
den Punkt. Und Ayranci bedankte sich mit
seinem zweiten Treffer.

Ditterle kann den Ball nicht halten. Ayranci
verwandelt einen Elfmeter zum 2:1.
Foto: InfoSchlumpf
Was folgte, war ein Herner Sturmlauf mit
einem halben Dutzend bester Chancen. Torwart
Sven Forsbach aber war schier
unüberwindlich. Er parierte Kopfbälle von
Mikic und zweimal Khimiri, fischte Tahiris
Freistoß aus dem Eck, entschärfte einen
Kluy.-Schuss aufs kurze Eck und behielt auch
gegen die allein auf ihn zulaufenden
Ouro-Akpo und Onucka die Oberhand. Machtlos
war er nur, als Tim Kilian den Ball aus 14
Metern ins Eck schlenzte (68.).
Mit diesem 2:2 aber wollten sich die Herner
nicht zufrieden geben. Sie drängten auf die
Entscheidung – und fingen sich in letzter
Sekunde einen Konter. Erneut war es Ayranci,
der Ditterle aus kurzer Distanz überwand.
Eine unnötige Niederlage, über die sich die
Herner nicht lange ärgern werden. Jetzt geht
es erstmal in den Urlaub, dann fängt der SCW
wieder bei Null an. Mit stark verändertem
Kader, der sich in den nächsten Tagen füllen
wird. Einen Platz nimmt Sebastian Freyni
ein, der aus Oberhausen zurück kommt. „Er
ist ja erst 20 Jahre. Wir versuchen mal,
noch was aus ihm zu machen“, will Täuber dem
talentierten Ballzauberer endlich zum
Durchbruch verhelfen.
SV Bergisch Gladbach 09 - SC Westfalia Herne
3:2 (1:0)
Bergisch Gladbach: Forsbach - Jung, Balduan
(46. Dreiner), Werner (55. Hirsch),
Delvalle-Silva (76. Sezer) - Volkert,
Hentschel, Bouali, Quotschalla - Maslar,
Ayranci.
SCW: Ditterle - Eisen, Mikic, Khimiri, Kluy
- Tahiri - Kilian, Urban (13. Onucka),
Gebauer - Ouro-Akpo, Jubt.
SR: Daniel Jakobs (Bonn).
Tore: 1:0 Ayranci (37.), 1:1 Jubt (51.), 2:1
Ayranci (54., Foulelfmeter), 2:2 Kilian
(68.), 3:2 Ayranci (90.).
Zuschauer: 367
Wolfgang Volmer
Quelle:
WAZ
Herne