PRESSE

Camci wirft das Handtuch
 

01.06.10

Am Montag wollte er noch Gespräche mit weiteren möglichen Neuzugängen führen, in einem Fall auch nur noch die Unterschrift unter einen Vertrag setzen lassen. Doch statt Vollzug zu melden, warf Timur Camci gestern die Brocken hin. „Ich stehe ab sofort nicht mehr als Sportlicher Leiter für Westfalia Herne zur Verfügung“, erklärte Camci im Gespräch mit der WAZ. „Vorstand und Trainer sind schon informiert.“ Die Gründe, so erklärte er, lägen allein im familiären Bereich.„Ich kann einfach nicht mehr.“ Mehr wolle er mit Rücksicht auf seine Privatsphäre öffentlich nicht dazu sagen.

Dass Camci ausgerechnet in der Phase das Handtuch wirft, in der ein Sportlicher Leiter dringend gebraucht wird, erstaunte nicht nur Klaus Täuber. „Das ist jetzt eine schwierige Situation“, war der Trainer wenig amüsiert. „Wir werden uns noch am Dienstagabend mit dem Vorstand zusammensetzen und sehen, wie es weiter laufen soll.“

Zu dem Zeitpunkt hatte Täuber bereits einige Telefonnummern angerufen, die ihm Camci gerade gegeben hatte. Zum Beispiel die von Thomas Ernst, dem Sportvorstand des VfL Bochum. „Da steht ja noch ein Benefizspiel aus“, erinnert Täuber an die Vereinbarung, die sein Vorgänger Frank Schulz einst getroffen hat. Als Terminvorschlag steht jetzt der 21. Juli im Raum. „Endgültig geklärt ist das aber noch nicht“, so Täuber.

Der Trainer geht jedenfalls davon aus, dass er bis auf Weiteres einen Großteil von Camcis Aufgaben mit übernehmen muss. „Vor allem muss ich jetzt sehen, dass ich noch einige gute Spieler hierhin bekomme.“ Bis auf Tino Westphal und Sascha Wolf, mit denen Täuber früher bereits zusammen arbeitete, seien alle bisherigen Verpflichtungen über Camcis Kontakte zustandegekommen. „Jetzt muss ich Vollgas geben. Denn am 10. Juni fliege ich in den Urlaub, und dann muss der Kader stehen.“

Das aber sollte zu schaffen sein – meint jedenfalls Jürgen Stieneke, Ehrenpräsident und der starke Mann im Verein. „Wir werden uns in Ruhe überlegen, ob und mit wem wir die Position neu besetzen“, blieb er ganz entspannt. Der Mann hat eben schon schwierigere Situationen ausgestanden.

Wolfgang Volmer

Quelle: WAZ Herne

 

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