PRESSE

Zweimal „Jugend forscht“
 

15.07.10

Einen dreimaligen WM-Teilnehmer (1978, 1998, 2006) bekommt man nicht alle Tage als Vorbereitungsgegner. In Deutschland bekannte Namen wie die Ex-Bundesligaspieler Vahid Hashemian (VfL Bochum) oder Mehdi Mahdavikia (VfL Bochum, Hamburger SV, Eintracht Frankfurt) werden am Donnerstag (19 Uhr!) aber nicht auf dem Spielbericht stehen, wenn Irans Nationalteam zum Testspiel im Stadion am Schloss Strünkede beim NRW-Ligisten SC Westfalia Herne aufläuft.

Nach der verkorksten Qualifikation zur Weltmeisterschafts-Endrunde in Südafrika befindet sich die iranische Nationalelf im Umbruch. „Iran setzt auf Jugend forscht – ähnlich wie es der Deutsche Fußball-Bund gemacht hat“, so Nikolas Weinhart von der Hamburger Promotion Company. Die Agentur ist für die Organisation der Testspiele des iranischen Nationalteams zuständig. „Alles junge, hungrige Spieler, die sich auf ihrer Länderspielreise in Deutschland zeigen wollen“, so Weinert weiter. Das Durchschnittsalter soll bei 22 Jahren liegen. „Trotzdem sind die meisten in ihrem Land schon absolute Kickerstars – ähnlich wie Manuel Neuer, Sami Khedira oder Mesut Özil in Deutschland.“

Und die neue, junge iranische Fußballgeneration hat große Ziele: So will sie unter anderem im nächsten Jahr ab dem 7. Januar bei der Asienmeisterschaft in Katar für Furore sorgen.

SCW-Trainer Klaus Täuber freut sich auf die heutige Partie und sieht den Gegner auf Augenhöhe – zumindest was den Altersdurchschnitt anbelangt: „Unsere neue Mannschaft ist ja ähnlich jung. Aber gegen Profis zu spielen, ist für Amateure natürlich immer ein guter Test. Da kann man gut sehen, wo die Problemzonen liegen.“ Eine Sondertaktik oder etwa auf ein achtbares Ergebnis zu spielen, das hat Täuber aber nicht vor. „Es geht um unsere Vorbereitung. Und da ist es wichtig, mit unseren vielen neuen Spielern jetzt schnell eine Einheit zu formen und ein System zu finden, wo jeder seine individuellen Stärken am besten umsetzen kann“, sagt der Ex-Profi.

Das erste Testspiel am Dienstagabend gegen Neu-Landesligist Fortuna Herne (5:1) hat Täuber schon erste Erkenntnisse gebracht: „Da waren schon einige technisch schöne Spielzüge dabei. Aber im Abschluss müssen wir noch abgeklärter werden.“

Einige Positionen für die mögliche Startelf zum Meisterschaftsstart am 15. August hat Täuber im Kopf schon vergeben: „Aber es sind noch viele Stellen offen, da darf sich ruhig ein gesunder Konkurrenzkampf um die Plätze entwickeln.“

In der derzeitigen Phase der Vorbereitung wird Täuber noch jedem, auch den Jugendspielern, Einsatzzeiten geben. Zum Kader gesellt sich heute auch wieder Kapitän Nils Eisen, der am Dienstag beruflich verhindert war. Die noch angeschlagenen Mirko Urban, Julian Alasan und Frederik Donkor werden noch geschont.

von Uwe Ross/Mathias Gerth

Quelle: WAZ Herne

 

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