Einen dreimaligen WM-Teilnehmer (1978, 1998,
2006) bekommt man nicht alle Tage als
Vorbereitungsgegner. In Deutschland bekannte
Namen wie die Ex-Bundesligaspieler Vahid
Hashemian (VfL Bochum) oder Mehdi Mahdavikia
(VfL Bochum, Hamburger SV, Eintracht
Frankfurt) werden am Donnerstag (19 Uhr!)
aber nicht auf dem Spielbericht stehen, wenn
Irans Nationalteam zum Testspiel im Stadion
am Schloss Strünkede beim NRW-Ligisten SC
Westfalia Herne aufläuft.
Nach der verkorksten Qualifikation zur
Weltmeisterschafts-Endrunde in Südafrika
befindet sich die iranische Nationalelf im
Umbruch. „Iran setzt auf Jugend forscht –
ähnlich wie es der Deutsche Fußball-Bund
gemacht hat“, so Nikolas Weinhart von der
Hamburger Promotion Company. Die Agentur ist
für die Organisation der Testspiele des
iranischen Nationalteams zuständig. „Alles
junge, hungrige Spieler, die sich auf ihrer
Länderspielreise in Deutschland zeigen
wollen“, so Weinert weiter. Das
Durchschnittsalter soll bei 22 Jahren
liegen. „Trotzdem sind die meisten in ihrem
Land schon absolute Kickerstars – ähnlich
wie Manuel Neuer, Sami Khedira oder Mesut
Özil in Deutschland.“
Und die neue, junge iranische
Fußballgeneration hat große Ziele: So will
sie unter anderem im nächsten Jahr ab dem 7.
Januar bei der Asienmeisterschaft in Katar
für Furore sorgen.
SCW-Trainer Klaus Täuber freut sich auf die
heutige Partie und sieht den Gegner auf
Augenhöhe – zumindest was den
Altersdurchschnitt anbelangt: „Unsere neue
Mannschaft ist ja ähnlich jung. Aber gegen
Profis zu spielen, ist für Amateure
natürlich immer ein guter Test. Da kann man
gut sehen, wo die Problemzonen liegen.“ Eine
Sondertaktik oder etwa auf ein achtbares
Ergebnis zu spielen, das hat Täuber aber
nicht vor. „Es geht um unsere Vorbereitung.
Und da ist es wichtig, mit unseren vielen
neuen Spielern jetzt schnell eine Einheit zu
formen und ein System zu finden, wo jeder
seine individuellen Stärken am besten
umsetzen kann“, sagt der Ex-Profi.
Das erste Testspiel am Dienstagabend gegen
Neu-Landesligist Fortuna Herne (5:1) hat
Täuber schon erste Erkenntnisse gebracht:
„Da waren schon einige technisch schöne
Spielzüge dabei. Aber im Abschluss müssen
wir noch abgeklärter werden.“
Einige Positionen für die mögliche Startelf
zum Meisterschaftsstart am 15. August hat
Täuber im Kopf schon vergeben: „Aber es sind
noch viele Stellen offen, da darf sich ruhig
ein gesunder Konkurrenzkampf um die Plätze
entwickeln.“
In der derzeitigen Phase der Vorbereitung
wird Täuber noch jedem, auch den
Jugendspielern, Einsatzzeiten geben. Zum
Kader gesellt sich heute auch wieder Kapitän
Nils Eisen, der am Dienstag beruflich
verhindert war. Die noch angeschlagenen
Mirko Urban, Julian Alasan und Frederik
Donkor werden noch geschont.
von Uwe Ross/Mathias Gerth
Quelle:
WAZ
Herne