PRESSE

Ein gelungener Abend
 

22.07.10

Was darf man von einem Testspiel mitten in der schweißtreibendsten Phase der Vorbereitung erwarten? Fußballerische Feinheiten gewiss nicht. Insofern war es aller Ehren wert, was die soeben aus dem Trainingslager in Greetsiel heimgekehrten Bochumer Profis, vor allem aber auch die nicht minder geschlauchten SCW-Amateure gestern den 1500 Zuschauern zeigten. Die verabschiedeten die Spieler nach 90 durchaus umkämpften Minuten dann auch mit prasselndem Beifall in die Kabine. Der Abend hatte seinen Zweck absolut erfüllt.

Meinte auch Jürgen Stieneke. „Ich bin total zufrieden. Mit dem Besuch, aber auch mit dem Spiel. Gut, dass es Bochum gibt“, bedankte sich Westfalias Ehrenpräsident beim VfL für den Abstecher in die Nachbarschaft, der eine niedrige fünfstellige Summe in die klamme Herner Kasse gespült haben dürfte.

Auch SCW-Trainer Klaus Täuber konnte zufrieden sein. Eine richtige Klatsche, wie sie sich nach dem frühen Bochumer Doppelschlag andeutete, blieb seiner jungen Truppe nämlich erspart. Mit reichlich Glück, etwa bei Lattentreffern von Mirkan Aydin (34.) und Oguzhan Kefkir (45.), aber auch einer ordentlichen Portion Können und Kampfgeist verdiente sich der NRW-Ligist ein respektables Ergebnis.

Dafür sorgte nicht zuletzt der junge Torhüter Thimo Mallon, der mit etlichen Glanzparaden nach der Pause weitere Einschläge verhinderte und fast sogar Christoph Dabrowskis Handelfmeter noch entschärft hätte. Auch nach vorne hin fand der SCW statt. Vor allem der giftige, auch technisch starke Michael Erzen behauptete sich mehr als einmal in Zweikämpfen gegen die VfL-Profis, auch Erdal Bastürk hatte gute Szenen. Wirkliche Torgefahr konnten die Herner aber nicht entwickeln. So hätten sich die SCW-Fans mit dem 0:3 durchaus anfreunden können. Bis Fatih Gürpinar aus einem schönen einen noch schöneren Abend machte. Mit seinem waffenscheinverdächtigen linken Flunken hämmerte das junge Eigengewächs die Kugel aus 25 Metern unhaltbar für Philipp Heerwagen in die Maschen. „Ein Schuss wie aus dem Kanonenrohr“, staunte sogar Klaus Täuber. Und der hat im Fußball schon einiges erlebt.


Christoph Dabrowski verwandelt einen Elfmeter zum 3:0 für den VfL Bochum                                  Foto: InfoSchlumpf

SC Westfalia Herne - VfL Bochum 1:3 (0:2)

SCW: Kurz (46. Mallon) – Kofo-Asenso (76. Gürpinar), Krug, Eisen, Kilian (80. Tottmann) – Khmiri (46. Jubt), Westphal – Dede (46. Mikic), Bastürk, Freyni (76. Sazoglu) – Erzen.

VfL Bochum: Heerwagen – Kopplin (46. Pfertzel), Fabian, Mavraj (46. Maltritz), Bönig – Dabrowski, Maric (46. Vogt) – Kefkir (46. Freier), Rzatkowski (60. Prokoph), Toski (46. Grote) – Aydin.

SR: Dominik Nowak (Bottrop)

Zuschauer: 1.500

Tore: 0:1 Dabrowski (8.), 0:2 Aydin (10.), 0:3 Dabrowski (56., Handelfmeter), 1:3 Gürpinar (85.)

von Wolfgang Volmer

Quelle: WAZ Herne

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