Das war ein wirklich schmerzhafter Schuss
vor den Bug. Nicht nur, dass die Herner
Pokalträume gleich in der ersten Runde auf
Verbandsebene in der Hordeler Heide
platzten. Mehr als das Ausscheiden dürfte
die Art und Weise zu denken geben, wie sich
der NRW-Ligist vorführen ließ. In allen
relevanten Kategorien war Hordel eine ganze
Klasse stärker, einzig in Sachen Härte hatte
die Täuber-Elf Vorteile. Was sie mit einer
Roten Karte, die sich Faysel Khmiri durch
ein Frustfoul kurz vor Ende der Verlängerung
einhandelte, noch teuer bezahlte. Die
Ampelkarte, um die Erdal Bastürk lange und
letztlich erfolgreich bettelte, hatte den
SCW schon in der reguulären Spielzeit
dezimiert. Eines ist klar: Wenn sich die
Herner nicht um hundert Prozent steigern,
droht am Sonntag gegen Velbert eine böse
Klatsche.

Hochalarm herrschte bei fast jedem Standard
im Herner Strafraum.
Foto: InfoSchlumpf
Von Beginn an kamen die Gäste nicht richtig
ins Spiel. Pomadig, ja fast überheblich
trugen sie den Ball nach vorn, wurden ihn
oft schon beim zweiten, dritten Pass wieder
los. Und dann ging die Post ab. Wie ein
Überfallkommando rannten die flinken und
technisch versierteren Hordeler nach vorn,
die Herner Abwehr wirkte gegen diesen
Schwarm wütender Bienen unbeholfen und
staksig. Das vom überragenden Kevin Rudolph
erzielte 1:0 war längst überfällig - wurde
aber durch Sven Jubt bei der zweiten Herner
Chance wieder egalisiert.
Obwohl mit dem 1:1 zur Pause bestens
bedient, schaffte es Herne nicht, den
Schalter in der zweiten Hälfte umzulegen. Im
Gegenteil. Hordel führte den Gast weiter vor
und kam fast spielerisch leicht zu erneuten
Führung. Doch noch blieb das Glück den
Hernern treu. Als ein Hordeler den Ball zu
weit prallen ließ, hielt Tino Westphal
einfach drauf, und das Leder zappelte im
Netz.
Nach Bastürks Hinausstellung zeigte
Westfalia wenigstens Moral, erzwang die
Verlängerung und wurde gleichwertig – nach
dem dritten Rückstand aber war der Favorit
endgültig geschlagen.
von Wolfgang Volmer
DJK TuS Hordel - Westfalia Herne 4:2 (2:2,
1:1) nV
Quelle:
WAZ
Herne