PRESSE

Kein Platz für Gefühle
 

14.08.10

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...“: Mit Ballsport hatte Hermann Hesse gewiss nichts im Sinn, als er diese Zeilen schrieb. Und doch fühlen es viele Fußballfreunde, dieses besondere Prickeln, wenn es wieder bei Null los geht. So ist es auch vor dem morgigen ersten Spieltag in der NRW-Liga. Ganz besonders in Herne, wo sich neuer und alter SC Westfalia begegnen, letzterer unter dem Namen SSVg. Velbert (15 Uhr, Schloss Strünkede).
 

Ob auch Frank Schulz, sein Co-Trainer Horst Albert und acht frühere Herner Kicker einen besonderen Zauber spüren, wenn sie erstmals die Gästekabine betreten, oder ob ihnen angesichts der Wiederkehr an ihre alte Wirkungsstätte eher etwas flau wird in der Magengegend, wer weiß das schon? Er sei jetzt ganz Velberter, identifiziere sich zu hundert Prozent mit der SSVg, so hat es der langjährige SCW-Trainer ganz unsentimental der örtlichen Presse gesagt. Auch sein Nachfolger beim SCW nimmt die aus Sicht vieler Fans extrem brisante Begegnung cool und profihaft hin. „Geld regiert die Welt und auch den Fußball. In der Bundesliga wie in der Oberliga. Wer mehr zahlt, bekommt die besseren Spieler“, lässt Klaus Täuber moralische Kategorien außen vor. Eine besondere Brisanz sehe auch das Gros seiner Mannschaft in diesem Spiel nicht. „Wichtig ist nur, dass wir die weghauen. Egal wie“, ist Täuber auf drei Punkte aus. Und auf nichts anderes.

Optimistisch: SCW-Trainer Klaus Täuber    Foto: Cib

Den ersten Dreier einzufahren, dürfte allerdings ziemlich schwierig werden. „Wenn acht oder neun Spieler ihre Leistungsgrenze erreichen, haben wir eine gute Chance“, meint Täuber. Den schwachen Auftritt in Hordel hat er abgehakt. „Wenn man nur 13, 14 gesunde Spieler hat, sind fünf Spiele in neun Tagen einfach zu viel. Die Jungs waren platt“, war sein Eindruck. „Wir müssen wieder so kompromisslos und konsequent spielen wie in den beiden letzten Partien des Kirmes-Cups. Warum sollen wir dann nicht gewinnen?“

Personelle Alternativen sind rar. Mirko Urbans Einsatz ist eher unwahrscheinlich, Faysel Khmiri ist gesperrt, Julian Alasan und Frederick Donkor noch verletzt, Selcuk Dede hat die ganze Woche nicht trainieren können. Zu allem Überfluss musste am Donnerstag auch Tino Westphal wegen eines Infekts passen.

Solche Probleme hat Frank Schulz nicht. Nur Ercan Kacar fällt aus. Von den übrigen sieben Ex-Hernern werden mindestens sechs in der Anfangsformation erwartet.

von Wolfgang Volmer

Quelle: WAZ Herne
 

 

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