Schermbeck
war immer eines seiner liebsten Ziele.
Schließlich hat Klaus Täuber vom
Waldsportplatz stets etwas mitgenommen,
meist sogar alle drei Punkte. Vor
viereinhalb Monaten aber riss diese Serie
des Fußballlehrers. Nur drei Tage, nachdem
er als neuer Trainer des SC Westfalia
vorgestellt wurde, ging sein Einstand auf
der Herner Bank in Schermbeck mit einem
seltsamen 1:2 in die Hose. „Ein komisches
Ding war das“, erinnert sich Täuber noch
sehr gut an diesen Nachmittag.
Die beiden Hauptdarsteller jener
merkwürdigen Niederlage sind bei der
Neuauflage am Sonntag (15 Uhr,
Volksbank-Arena) allerdings nicht mehr
dabei. Christopher Ditterle, der sich damals
zu einer mit Strafstoß und Platzverweis
geahndeten Unbeherrschtheit hinreißen ließ,
hütet inzwischen das Tor der SSVg. Velbert,
der erfolgreiche Provokateur Stefan Zepanski
hat sich vorübergehend vom Fußball
zurückgezogen und will erst im Herbst wieder
einsteigen.
Auf Herner Seite sind es nur Kapitän Nils
Eisen, Tim Kilian und Mirko Urban, die
damals auf dem Feld standen und jetzt noch
dabei sind. Für sie spielt die Vergangenheit
keine Rolle mehr. Auch ihr Trainer hat eher
Gegenwart und Zukunft im Sinn. „Ich bin
guter Dinge, dass wir in Schermbeck nicht
verlieren und uns für das Heimspiel gegen
Rhynern in eine gute Ausgangsposition
bringen“, geht Täuber mit breiter Brust in
die Partie. Er will gleich zu Beginn viele
Punkte hamstern, um in Ruhe am Neuaufbau der
Mannschaft arbeiten zu können.
Zu tun gibt’s nämlich noch allerlei. „Von
der Einstellung und der Moral her war es top,
was wir gegen Velbert gezeigt haben. Aber
wir müssen spielerisch deutlich mehr Akzente
setzen“, fordert Täuber. „Gerade wenn man so
offensiv ausgerichtet ist wie wir, sollte
man in jeder Halbzeit mindestens drei, vier
richtig gute Aktionen nach vorne haben.“
Auch in Schermbeck setzt Täuber auf Attacke.
„Ich sehe keinen Anlass, groß etwas zu
ändern. Schließlich haben wir trotz unserer
fünf Offensiven hinten ganz gut gestanden.“
Ein Fragezeichen steht noch hinter Mirko
Urban, den es immer wieder im Oberschenkel
zwickt. Fällt er aus, dürfte Samed Sazoglu
in die Startelf rücken. „Der Junge macht
richtig Spaß. Er gibt immer Vollgas“, freut
sich Täuber über Sazoglus Entwicklung. Auch
Frederick Donkor soll schon bald ein Thema
sein. Er trainiert voll mit und wird
eventuell im Pokalspiel am Dienstag einen
ersten Kurzeinsatz bekommen.
Ähnlich wie der SCW ist auch Schermbeck gut
aus den Startlöchern gekommen. Vom VfB
Speldorf brachte die Stroetzel-Elf ein 2:2
mit. Ganz groß eingeschlagen hat Charly
Kuntz, der in der Vorbereitung regelmäßig
traf und mit dem quirligen Seyit Ersoy
prächtig harmoniert. Viel hält Martin
Stroetzel von den jungen Leuten im Kader wie
Max Bönighausen oder dem aus Schalke
gekommenen David Müller, die den Etablierten
ordentlich Dampf machen. Schmerzlich
vermisst wird derzeit Mirko Urbans
verletzter Zwillingsbruder Tobias, der als
kreativer Kopf im Mittelfeld eingeplant ist.
Und auch die Innenverteidigung mit Savas
Turhal und Nedim Djuliman war zuletzt nicht
immer sattelfest.
von Wolfgang Volmer
Quelle:
WAZ
Herne