PRESSE

Mit breiter Brust
 

21.08.10

Schermbeck war immer eines seiner liebsten Ziele. Schließlich hat Klaus Täuber vom Waldsportplatz stets etwas mitgenommen, meist sogar alle drei Punkte. Vor viereinhalb Monaten aber riss diese Serie des Fußballlehrers. Nur drei Tage, nachdem er als neuer Trainer des SC Westfalia vorgestellt wurde, ging sein Einstand auf der Herner Bank in Schermbeck mit einem seltsamen 1:2 in die Hose. „Ein komisches Ding war das“, erinnert sich Täuber noch sehr gut an diesen Nachmittag.

Die beiden Hauptdarsteller jener merkwürdigen Niederlage sind bei der Neuauflage am Sonntag (15 Uhr, Volksbank-Arena) allerdings nicht mehr dabei. Christopher Ditterle, der sich damals zu einer mit Strafstoß und Platzverweis geahndeten Unbeherrschtheit hinreißen ließ, hütet inzwischen das Tor der SSVg. Velbert, der erfolgreiche Provokateur Stefan Zepanski hat sich vorübergehend vom Fußball zurückgezogen und will erst im Herbst wieder einsteigen.

Auf Herner Seite sind es nur Kapitän Nils Eisen, Tim Kilian und Mirko Urban, die damals auf dem Feld standen und jetzt noch dabei sind. Für sie spielt die Vergangenheit keine Rolle mehr. Auch ihr Trainer hat eher Gegenwart und Zukunft im Sinn. „Ich bin guter Dinge, dass wir in Schermbeck nicht verlieren und uns für das Heimspiel gegen Rhynern in eine gute Ausgangsposition bringen“, geht Täuber mit breiter Brust in die Partie. Er will gleich zu Beginn viele Punkte hamstern, um in Ruhe am Neuaufbau der Mannschaft arbeiten zu können.

Zu tun gibt’s nämlich noch allerlei. „Von der Einstellung und der Moral her war es top, was wir gegen Velbert gezeigt haben. Aber wir müssen spielerisch deutlich mehr Akzente setzen“, fordert Täuber. „Gerade wenn man so offensiv ausgerichtet ist wie wir, sollte man in jeder Halbzeit mindestens drei, vier richtig gute Aktionen nach vorne haben.“

Auch in Schermbeck setzt Täuber auf Attacke. „Ich sehe keinen Anlass, groß etwas zu ändern. Schließlich haben wir trotz unserer fünf Offensiven hinten ganz gut gestanden.“ Ein Fragezeichen steht noch hinter Mirko Urban, den es immer wieder im Oberschenkel zwickt. Fällt er aus, dürfte Samed Sazoglu in die Startelf rücken. „Der Junge macht richtig Spaß. Er gibt immer Vollgas“, freut sich Täuber über Sazoglus Entwicklung. Auch Frederick Donkor soll schon bald ein Thema sein. Er trainiert voll mit und wird eventuell im Pokalspiel am Dienstag einen ersten Kurzeinsatz bekommen.

Ähnlich wie der SCW ist auch Schermbeck gut aus den Startlöchern gekommen. Vom VfB Speldorf brachte die Stroetzel-Elf ein 2:2 mit. Ganz groß eingeschlagen hat Charly Kuntz, der in der Vorbereitung regelmäßig traf und mit dem quirligen Seyit Ersoy prächtig harmoniert. Viel hält Martin Stroetzel von den jungen Leuten im Kader wie Max Bönighausen oder dem aus Schalke gekommenen David Müller, die den Etablierten ordentlich Dampf machen. Schmerzlich vermisst wird derzeit Mirko Urbans verletzter Zwillingsbruder Tobias, der als kreativer Kopf im Mittelfeld eingeplant ist. Und auch die Innenverteidigung mit Savas Turhal und Nedim Djuliman war zuletzt nicht immer sattelfest.


von Wolfgang Volmer

Quelle: WAZ Herne
 

 

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