Es kann nur eine geben. Nur eine Westfalia.
Das wird man auch in Hamm wissen, wo der SV
Westfalia Rhynern zuhause ist. Am Ruf des SC
Westfalia wird der SV Westfalia kaum jemals
stinken können. Die Punkte aber würde der
SVW dem SCW schon gern abspenstig machen,
wenn er zum dritten Spieltag der NRW-Liga am
morgigen Sonntag um 15 Uhr am Schloss
Strünkede aufkreuzt. Übrigens mit einem
alten Bekannten: Arben Tahiri, in der
vorletzten Saison noch Kapitän in Herne, hat
im Sommer beim Meister der Westfalenliga 1
angeheuert und sich dort einen Stammplatz im
Mittelfeld erkämpft.
Tahiri ist beileibe nicht der einzige
Bekannte in einem Team von Namenlosen. Im
Gegenteil. Trainer Michael Lusch, einst
Profi bei Borussia Dortmund, hat eine gute
Mischung hungriger Talente und gestandener
Leistungsträger in seinem Kader. Angefangen
von Torhüter Dennis Wegner, vor Jahren mal
beim SV Sodingen aktiv, über Abwehrchef
Erdal Kaleoglu, Flügelflitzer Alexander
Schiller oder den von den Schalker Amateuren
zurückgekehrten Torjäger Björn Traufetter
ziehen sich Korsettstangen durch jeden
Mannschaftsteil. Es gibt keinerlei Anlass,
den Emporkömmling vom hohen Ross her zu
betrachten.
Das weiß auch Hernes Trainer Klaus Täuber,
der den Gästen hohe Qualität zuspricht. Der
sich aber vor allem überrascht zeigt ob der
Entwicklung der eigenen Mannschaft. „So gut
hätte ich uns zu diesem Zeitpunkt nicht
erwartet“, gibt er offen zu. „Man darf nicht
vergessen, dass Tino Westphal, Michael
Erzen, Erdal Bastürk oder René Lewejohann
bei ihren alten Klubs zuletzt kaum oder gar
nicht gespielt haben. Es ist schon klasse,
wie gut sich unser neues Team gefunden hat.“
Dass schon sechs Punkte aus zwei Spielen auf
dem Konto stehen, empfindet Täuber als prima
Basis. Noch wichtiger aber ist für ihn etwas
anderes. „Die Truppe funktioniert, es macht
wieder richtig Spaß“, sagt der „Boxer“, und
mag gar nicht mehr an die Endphase der
letzten Saison erinnert werden. „Furchtbar
war das in den letzten acht Wochen.“
Vorbei. Was zählt, ist die Zukunft. Und über
die macht sich Täuber nicht allzu viele
Gedanken. „Eines ist klar. Das wird ein
richtungsweisendes Spiel“, wartet auch er
gespannt auf den Anpfiff. Da er mit einem
defensiv eingestellten Gast rechnet, wird er
seine Erfolgself kaum ändern. Neuzugang
Dennis Pachutzki sitzt erstmal auf der Bank.
von Wolfgang Volmer
Quelle:
WAZ
Herne