PRESSE

SCW verschenkt zwei Punkte
 

25.10.10

Während es nach dem Abpfiff bei den Zuschauern über das 1:1 zwischen Westfalia Herne und dem FC Wegberg-Beeck lange Gesichter gab, knallte es zwischen den SCW-Kickern Rene Lewejohann und Sebastian Krug.

Abwehrspieler und Stürmer geigten sich auf dem Platz richtig die Meinung. Beide lieferten sich ein lautes Wortgefecht. Thema war der Gegentreffer, den die Westfalia kurz vor Toreschluss zum Ausgleich schlucken musste. „Es kann nicht sein, dass der da völlig frei zum Kopfball kommen kann und das Ding einnickt“, schimpfte Hernes Torjäger auch noch im Kabinentrakt. Und genau das sagte er auch noch auf dem Rasen zu Sebastian Krug. „Allerdings nicht, weil ich ihn als Sündenbock ausgemacht habe, sondern weil er mit zu unseren erfahrensten Abwehrspielern gehört“, erklärte Lewejohann.

Ganz Unrecht hatte der Angreifer, der den Ausgleich von der Auswechselbank hilflos mit ansehen musste, mit seiner Kritik nicht. „Es war ein blödes und vermeidbares Ding“, gab auch Trainer Klaus Täuber zu. Wegbergs Torwart Sascha Rodemars haute in der ersten Minute der Nachspielzeit bei einem Freistoß den Ball lang in die Nähe des SCW-Strafraums. Gästespieler Blerim Rustemi verlängerte von dort ungehindert per Kopf auf seinen Kollegen aus der Innenverteidigung, George Ndoum, der dann vom Elfmeterpunkt aus völlig frei stehend die Kugel zum 1:1 links oben ins Eck nickte. „Sowas kann, darf aber nicht passieren. Kommt allerdings im Fußball vor“, wollte Täuber nicht den Stab über seine Mannschaft brechen. Denn eigentlich hätte sie den Platz als Sieger verlassen müssen, ging aber mit ihren Chancen mehr als fahrlässig um.

Die SCW-Kicker schienen zunächst wegen der zahlreichen Medienvertreter, die aufgrund der Verlosung des Stadionnamens erschienen wa­ren (siehe Haupt- und Lokalteil), gehemmt zu sein und fanden gar nicht in die Partie. Das legte sich erst ab der 10. Minute. Von da an erspielte sich die Westfalia mehrfach die Möglichkeit, in Führung zu gehen. Aber die Kugel wollte nicht rein. Ob Mirko Urban (20., 41.), Erdal Bastürk (22.), Sven Jubt (29., 38.) oder Michael Erzen (49.), alle vergaben ihre Chancen. Entweder zielten sie am Tor vorbei oder scheiterten am wirklich gut aufgelegten Sascha Rodemars. Selbst seine Qualitäten als Elfmeterkiller ließ der Gäste-Schlussmann aufblitzen. Zu spüren bekam diese Hernes Mittelfeldakteur Mirko Urban. Seinen scharfen geschossenen Foulelfmeter fischte Wegbergs Torwart reflexartig aus der linken Ecke. Kofo-Ludwig Asenso war zuvor im Gäste-Strafraum gefoult worden.


Mirko Urban scheitert scheitert mit einem Elfmeter am starken Gästetorwart                                                   Foto: Cib

Dass der SCW dann aber doch noch jubeln durfte, lag allerdings eher an einem kuriosen Billard-Tor von Lewejohann. Asensos Flanke in der 69. köpfte der Stürmer rechts unten an den Pfosten. Von dort aus prallte die Kugel zurück ins Spielfeld, knallte jedoch gegen den Körper des FCW-Schlussmanns und kullerte zur Freude Lewejohanns zum 1:0 über die Torlinie. Allerdings: Seine gute Laune hielt nur bis zum Ausgleich.

SC Westfalia Herne - FC Wegberg-Beeck 1:1

von Mathias Gerth


Quelle: WAZ Herne

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