Während es nach dem Abpfiff bei den
Zuschauern über das 1:1 zwischen Westfalia
Herne und dem FC Wegberg-Beeck lange
Gesichter gab, knallte es zwischen den
SCW-Kickern Rene Lewejohann und Sebastian
Krug.
Abwehrspieler und Stürmer geigten sich auf
dem Platz richtig die Meinung. Beide
lieferten sich ein lautes Wortgefecht. Thema
war der Gegentreffer, den die Westfalia kurz
vor Toreschluss zum Ausgleich schlucken
musste. „Es kann nicht sein, dass der da
völlig frei zum Kopfball kommen kann und das
Ding einnickt“, schimpfte Hernes Torjäger
auch noch im Kabinentrakt. Und genau das
sagte er auch noch auf dem Rasen zu
Sebastian Krug. „Allerdings nicht, weil ich
ihn als Sündenbock ausgemacht habe, sondern
weil er mit zu unseren erfahrensten
Abwehrspielern gehört“, erklärte Lewejohann.
Ganz Unrecht hatte der Angreifer, der den
Ausgleich von der Auswechselbank hilflos mit
ansehen musste, mit seiner Kritik nicht. „Es
war ein blödes und vermeidbares Ding“, gab
auch Trainer Klaus Täuber zu. Wegbergs
Torwart Sascha Rodemars haute in der ersten
Minute der Nachspielzeit bei einem Freistoß
den Ball lang in die Nähe des SCW-Strafraums.
Gästespieler Blerim Rustemi verlängerte von
dort ungehindert per Kopf auf seinen
Kollegen aus der Innenverteidigung, George
Ndoum, der dann vom Elfmeterpunkt aus völlig
frei stehend die Kugel zum 1:1 links oben
ins Eck nickte. „Sowas kann, darf aber nicht
passieren. Kommt allerdings im Fußball vor“,
wollte Täuber nicht den Stab über seine
Mannschaft brechen. Denn eigentlich hätte
sie den Platz als Sieger verlassen müssen,
ging aber mit ihren Chancen mehr als
fahrlässig um.
Die SCW-Kicker schienen zunächst wegen der
zahlreichen Medienvertreter, die aufgrund
der Verlosung des Stadionnamens erschienen
waren (siehe Haupt- und Lokalteil), gehemmt
zu sein und fanden gar nicht in die Partie.
Das legte sich erst ab der 10. Minute. Von
da an erspielte sich die Westfalia mehrfach
die Möglichkeit, in Führung zu gehen. Aber
die Kugel wollte nicht rein. Ob Mirko Urban
(20., 41.), Erdal Bastürk (22.), Sven Jubt
(29., 38.) oder Michael Erzen (49.), alle
vergaben ihre Chancen. Entweder zielten sie
am Tor vorbei oder scheiterten am wirklich
gut aufgelegten Sascha Rodemars. Selbst
seine Qualitäten als Elfmeterkiller ließ der
Gäste-Schlussmann aufblitzen. Zu spüren
bekam diese Hernes Mittelfeldakteur Mirko
Urban. Seinen scharfen geschossenen
Foulelfmeter fischte Wegbergs Torwart
reflexartig aus der linken Ecke. Kofo-Ludwig
Asenso war zuvor im Gäste-Strafraum gefoult
worden.

Mirko Urban scheitert scheitert mit einem
Elfmeter am starken Gästetorwart
Foto: Cib
Dass der SCW dann aber doch noch jubeln
durfte, lag allerdings eher an einem
kuriosen Billard-Tor von Lewejohann. Asensos
Flanke in der 69. köpfte der Stürmer rechts
unten an den Pfosten. Von dort aus prallte
die Kugel zurück ins Spielfeld, knallte
jedoch gegen den Körper des FCW-Schlussmanns
und kullerte zur Freude Lewejohanns zum 1:0
über die Torlinie. Allerdings: Seine gute
Laune hielt nur bis zum Ausgleich.
SC Westfalia Herne - FC Wegberg-Beeck 1:1
von Mathias Gerth
Quelle:
WAZ
Herne