Der Ball rollt wieder. Großartige Rückschlüsse auf das Leistungsvermögen ihrer neuen Mannschaften konnten beide Trainer aus diesen 90 Minuten zwar nicht ziehen, unter dem Strich aber durften sowohl Jörg Tottmann, der eine Woche lang den urlaubenden SCW-Trainer Uli Reimann vertritt, als auch Fortunen-Coach „Ede“ Demps recht zufrieden sein. Alle Spieler haben sich gut bewegt, keiner hat sich gravierend verletzt – das Testspiel hat seinen Zweck erfüllt.

SCW-Kapitän Tino
Westphal verwandelt
einer Elfmeter zum 2:1.
Foto: InfoSchlumpf
Die erste Hälfte verlief
allerdings noch gar
nicht nach Tottmanns
Geschmack. „Wir wollten
den Gegner unter Druck
setzen, nach
Balleroberung schnell
umschalten und so die
Räume nutzen. Davon war
allerdings gar nichts zu
sehen“, kritisierte der
Co-Trainer. „Die zweite
Halbzeit war dann schon
deutlich besser, aber
noch nicht richtig gut.“
Eher positiv überrascht
war Ede Demps von seinen
Jungs. „Wir haben erst
zweimal trainiert. Dafür
war das in der ersten
Halbzeit schon stark“,
lobte er seine Fortunen.
„Durch die vielen
Wechsel kam dann später
natürlich ein Bruch ins
Spiel.“ In der Tat war
bis zur Pause kein
Klassenunterschied zu
erkennen. Der NRW-Ligist
hatte öfter den Ball,
konnte mit ihm aber
herzlich wenig anfangen.
Statt die
Fortunen-Abwehr über die
Flügel aufzureißen,
drängte die Westfalia zu
früh nach innen und
spielte die Bälle schon
aus dem Halbfeld in die
Spitze, wo Sven Gehrmann
als einzige
Anspielstation
überfordert war. Wie man
es besser macht, zeigte
der Landesligist schon
in Minute sieben, als
Rick Golicki, von der
SCW-Reserve an die
Nordstraße gewechselt,
einen perfekt getimten
Pass auf Gürol Can
spielte, der sich gegen
Maik Liedtke behauptete
und den weit vor seinem
Kasten stehenden Pascal
Kurz mit einem Heber
überwand.

Ersan Kusakci (Nr. 10)
setzt den Schlusspunkt
zum 4:1.
Foto: InfoSchlumpf
Nach der Pause spielte
der SCW zwingender nach
vorne. Der Lohn stellte
sich schnell ein, als
Gehrmann nach Doppelpass
mit Aldin Kljajic aus
spitzem Winkel ausglich.
Danach taute
SCW-Regisseur Tino
Westphal richtig auf.
Hatte er sich zuvor in
vielen Zweikämpfen
verzettelt, nahm er nun
das Heft in die Hand und
bewies bei mehreren Soli
seine Klasse. Das 2:1
erzielte er vom
Elfmeterpunkt aus
selbst, das 3:1 durch
Jacobs bereitete er mit
einem tollen Dribbling
vor, und auch die
Kombination zum 4:1
durch Ersan Kusakci
hatte bei Westphal ihren
Ausgangspunkt.
von Wolfgang Volmer
SC Westfalia 04 Herne - SV Fortuna Herne 4:1 (0:1)
SCW: Kurz (46. Mallon), Ayaz (46. Stöhr), Kraska, Liedtke, Sagmak (46. Kljajic) - Tottmann - Sazoglu (71. Kaplan), Westphal, Stevanovic (46. Skramparas) - Biehs (33. Kusakci), Gehrmann (59. Jacobs).
Quelle: WAZ Herne